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Benjamin Brittens Liederzyklen

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Antje Reineke

Das vorliegende Buch bietet die erste umfassende Studie zu Benjamin Brittens 15 Liederzyklen. Entstanden zwischen 1936 und 1975, nehmen sie neben den Opern eine wichtige Stellung in seinem Schaffen ein und haben sich heutzutage fest im Repertoire etabliert. Das Hauptinteresse der Autorin gilt der Analyse der musikalischen Strukturen und Textfolgen, der Darstellung der vielfältigen formalen Konzeptionen und der Vielschichtigkeit der behandelten Themen. Im Vordergrund steht die Frage übergreifender, zyklischer Zusammenhänge. Das Buch beleuchtet damit auch die grundsätzliche Problematik von Wesen und Charakter eines Liederzyklus. Dazu widmet sich die Autorin den Entstehungsgeschichten, von der Auswahl der Texte bis zum fertigen Werk, und der Rolle nicht in die Zyklen aufgenommener Lieder.
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1. Einleitung

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1.  Einleitung

Tief verwurzelt in der Musikalität seiner englischen Heimat und ihrer Tradition, inspiriert von den geistigen Strömungen und ethischen Fragen unserer Zeit, hat er alle Gattungen der Musik durch sein umfangreiches kompositorisches Schaffen gefördert und bereichert, […]1

Am 12. Mai 1962 wurde Benjamin Britten im Auditorium maximum der Universität Hamburg der Hansische Goethe-Preis der Stiftung F. V. S. zu Hamburg für das Jahr 1961 überreicht. Anstelle einer Dankesrede führte Britten gemeinsam mit seinem Lebensgefährten Peter Pears Lieder von Haydn, Goethe-Vertonungen von Schubert und Wolf sowie seine eigenen Sechs Hölderlin-Fragmente auf.

Der Preis, der ähnlich dem amerikanischen Aspen Award, dessen erster Träger Britten 1964 war, „der Förderung übernationaler Gesinnung und humanitärer Bestrebungen gewidmet“2 ist und Persönlichkeiten auszeichnet, die „mit ihrem Lebenswerk und mit der Kraft ihrer Persönlichkeit über die Grenzen ihres Vaterlandes hinaus den Gedanken der Solidarität aller Menschen auf der Erde vorbildlich ausgestrahlt haben“,3 rührt an Brittens künstlerisches Selbstverständnis, wie er es in seiner Dankesrede für Aspen dargelegt hat.4 Die Würdigung durch den Rektor der Universität, Professor Dr. Rudolf Sieverts, erwähnt insbesondere Brittens Neigung und Talent, für Amateure und junge Menschen zu komponieren, sowie die Inspiration durch ausführende Künstler, Solisten wie Chöre und Orchester, als Beweis, „wie sehr Britten aus dem konkreten Humanum seiner mitmenschlichen Begegnungen angeregt wird und mit seinem Werk wieder diesem dient“,5...

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