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Benjamin Brittens Liederzyklen

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Antje Reineke

Das vorliegende Buch bietet die erste umfassende Studie zu Benjamin Brittens 15 Liederzyklen. Entstanden zwischen 1936 und 1975, nehmen sie neben den Opern eine wichtige Stellung in seinem Schaffen ein und haben sich heutzutage fest im Repertoire etabliert. Das Hauptinteresse der Autorin gilt der Analyse der musikalischen Strukturen und Textfolgen, der Darstellung der vielfältigen formalen Konzeptionen und der Vielschichtigkeit der behandelten Themen. Im Vordergrund steht die Frage übergreifender, zyklischer Zusammenhänge. Das Buch beleuchtet damit auch die grundsätzliche Problematik von Wesen und Charakter eines Liederzyklus. Dazu widmet sich die Autorin den Entstehungsgeschichten, von der Auswahl der Texte bis zum fertigen Werk, und der Rolle nicht in die Zyklen aufgenommener Lieder.
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11. Songs from the Chinese Op. 58

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11.  Songs from the Chinese Op. 58

Die sechs Songs from the Chinese für hohe Stimme und Gitarre entstanden im Herbst 1957, dem Jahr nach der sogenannten Weltreise, die Britten und Pears im Winter 1955/56 bis nach Ostasien geführt hatte – zur damaligen Zeit, von Hongkong und Macao abgesehen, aber natürlich nicht nach China. Die Lieder sind Prinzessin Margaret und Prinz Ludwig von Hessen und bei Rhein gewidmet, die sie auf einem Teil der Reise begleitet hatten, und wurden von Pears und dem Gitarristen Julian Bream am 17. Juni 1958 im Rahmen des Aldeburgh Festival erstmals aufgeführt.944

Seine Briefe sowie die Reisetagebücher von Pears und Prinz Ludwig dokumentieren Brittens lebhaftes Interesse an den musikalischen Kulturen ihrer Gastländer,945 die sein weiteres Schaffen so nachhaltig prägen sollten. Die Geschichte und das Ausmaß fernöstlicher Beeinflussung seines Schaffens, deren Wurzeln zu der Bekanntschaft mit Colin McPhee während Brittens Jahren in den USA zurückreichen, hat insbesondere Mervyn Cooke in Britten and the Far East untersucht.946 Unmittelbar schlugen sich die Reiseeindrücke in dem 1955/56 komponierten Ballett The Prince of the Pagodas nieder, das gamelanartige Passagen verwendet, um die exotische Welt der Pagoden und des Salamanders zu charakterisieren.

Britten’s style was at a turning-point in the mid-1950s, […]: the intense motivic economy and dodecaphonic techniques in Canticle III and The Turn of the Screw had clearly left him wondering in what direction his style would now develop. The Asian adventure, ← 335...

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