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Benjamin Brittens Liederzyklen

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Antje Reineke

Das vorliegende Buch bietet die erste umfassende Studie zu Benjamin Brittens 15 Liederzyklen. Entstanden zwischen 1936 und 1975, nehmen sie neben den Opern eine wichtige Stellung in seinem Schaffen ein und haben sich heutzutage fest im Repertoire etabliert. Das Hauptinteresse der Autorin gilt der Analyse der musikalischen Strukturen und Textfolgen, der Darstellung der vielfältigen formalen Konzeptionen und der Vielschichtigkeit der behandelten Themen. Im Vordergrund steht die Frage übergreifender, zyklischer Zusammenhänge. Das Buch beleuchtet damit auch die grundsätzliche Problematik von Wesen und Charakter eines Liederzyklus. Dazu widmet sich die Autorin den Entstehungsgeschichten, von der Auswahl der Texte bis zum fertigen Werk, und der Rolle nicht in die Zyklen aufgenommener Lieder.
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12. Nocturne Op. 60

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12.  Nocturne Op. 60

In einem Interview mit Donald Mitchell aus dem Jahr 1969 hat Britten von der Faszination gesprochen, die Nacht, Schlaf und Träume schon seit Kindertagen auf ihn ausübten.

It can release many things which one thinks had better not be released; and one can have dreams which one cannot remember even, I find, in the morning, which do colour your next day very darkly. And it’s always very puzzling to me that I can’t remember something which has had such a big emotional effect on the next day, on the next days even. Similarly, of course, it can have a very blessed effect on your next day.1000

Das Gespräch kam zwangsläufig auf das Nocturne als das Werk, in dem diese Faszination am nachhaltigsten musikalischen Ausdruck fand. 1958 komponiert und am 16. Oktober desselben Jahres beim Leeds Centenary Festival durch Peter Pears und das BBC Symphony Orchestra unter Leitung von Rudolf Schwarz uraufgeführt, ist es in zweifacher Hinsicht das Pendant zur Serenade von 1943: in der Konzeption als Vokalzyklus mit konzertierenden Soloinstrumenten und in seiner Thematik, die dort ansetzt, wo die Serenade endet, nämlich in Schlaf und Traum.1001

12.1  Nacht, Schlaf, Traum und der künstlerische Schaffensprozeß

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