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Benjamin Brittens Liederzyklen

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Antje Reineke

Das vorliegende Buch bietet die erste umfassende Studie zu Benjamin Brittens 15 Liederzyklen. Entstanden zwischen 1936 und 1975, nehmen sie neben den Opern eine wichtige Stellung in seinem Schaffen ein und haben sich heutzutage fest im Repertoire etabliert. Das Hauptinteresse der Autorin gilt der Analyse der musikalischen Strukturen und Textfolgen, der Darstellung der vielfältigen formalen Konzeptionen und der Vielschichtigkeit der behandelten Themen. Im Vordergrund steht die Frage übergreifender, zyklischer Zusammenhänge. Das Buch beleuchtet damit auch die grundsätzliche Problematik von Wesen und Charakter eines Liederzyklus. Dazu widmet sich die Autorin den Entstehungsgeschichten, von der Auswahl der Texte bis zum fertigen Werk, und der Rolle nicht in die Zyklen aufgenommener Lieder.
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5. Les Illuminations Op. 18

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5.  Les Illuminations Op. 18

Ein besonders aufschlußreiches Beispiel für Brittens Neigung zu einer durchgehenden Strukturierung ist der langwierige Entstehungsprozeß des Rimbaud-Zyklus Les Illuminations, der in Letters from a Life ausführlich dokumentiert ist. Obwohl seine Konzeption lange Zeit in der Schwebe stand, wovon mehrere verworfene Lieder und Skizzen heterogenen Charakters zeugen, konnte Britten schließlich an die Sopranistin Sophie Wyss schreiben: “The work as it now stands is very much of a whole – the pieces are to follow each other without interruption.”411

Auf Arthur Rimbaud (1854–1891) war Britten wahrscheinlich durch Auden aufmerksam gemacht worden, und zwar, wie Wyss später vermutete, während eines Aufenthalts bei ihm und seinen Eltern in Birmingham im November 1937.412 Als erste wurden am 16. und 18. März 1939 die Kompositionsskizzen von „Being Beauteous“ und „Marine“ fertiggestellt und sofort instrumentiert (die Partiturskizze von ersterem ist mit dem 11. April datiert). Die Uraufführung folgte unmittelbar darauf am 21. April im Rahmen eines von der BBC übertragenen Konzerts in Birmingham durch Wyss und das Birmingham Philharmonic String Orchestra unter Johan C. Hock.413 Zwei Lieder ergeben jedoch noch keine konzertgerechte Einheit, beide zusammen haben eine Spieldauer von lediglich gut fünf Minuten,414 und es ist offensichtlich, daß von vornherein eine größere Anzahl von Liedern geplant war.

Am 29. April 1939 brach Britten in Begleitung von Pears nach Nordamerika auf. Unmittelbar vor ihrer Ankunft in Kanada schrieb er am 9. Mai an Ralph Hawkes,...

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