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Benjamin Brittens Liederzyklen

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Antje Reineke

Das vorliegende Buch bietet die erste umfassende Studie zu Benjamin Brittens 15 Liederzyklen. Entstanden zwischen 1936 und 1975, nehmen sie neben den Opern eine wichtige Stellung in seinem Schaffen ein und haben sich heutzutage fest im Repertoire etabliert. Das Hauptinteresse der Autorin gilt der Analyse der musikalischen Strukturen und Textfolgen, der Darstellung der vielfältigen formalen Konzeptionen und der Vielschichtigkeit der behandelten Themen. Im Vordergrund steht die Frage übergreifender, zyklischer Zusammenhänge. Das Buch beleuchtet damit auch die grundsätzliche Problematik von Wesen und Charakter eines Liederzyklus. Dazu widmet sich die Autorin den Entstehungsgeschichten, von der Auswahl der Texte bis zum fertigen Werk, und der Rolle nicht in die Zyklen aufgenommener Lieder.
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9. A Charm of Lullabies Op. 41

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9.  A Charm of Lullabies Op. 41

A Charm of Lullabies entstand Ende 1947871 für die Mezzosopranistin Nancy Evans anläßlich einer Konzertreise in die Niederlande, auf der sie den Zyklus am 3. Januar 1948 gemeinsam mit Felix de Nobel am Klavier in Den Haag uraufführte. Evans’ späterer Ehemann Eric Crozier, damals als Regisseur, Librettist und Mitbegründer der English Opera Group Britten eng verbunden, half bei der Auswahl der Gedichte.872 Als Textgrundlage diente A Book of Lullabies: 1300–1900, chosen and edited by F[rederick] E[dward] Budd (London: Partridge, 1930). Die Gedichte sind dort mit A bis E durchgezeichnet und mit Klammern für die Kürzungen von jeweils einer Strophe in „A Cradle Song“, „Sephestia’s Lullaby“ und „The Nurse’s Song“ versehen.873

Eine Folge von Schlaf- oder Wiegenliedern besteht, bei aller Eigenwilligkeit mancher der ausgewählten Texte, aus Variationen über ein engbegrenztes Thema. In Peter Evans’ Worten:

While there is none of that unity which the verse of a single poet can bring to the most diverse subjects […], there is not much scope for the imaginative flights opened up by the previous anthology, the Serenade. Night and Sleep are subjects that draw the listener into a rich visionary world, whereas a lullaby merely bids another enter it.874

Wiegenlieder sind eigentlich typische Objekte von Sammlungen; ihr ursprünglich zweckgerichteter Charakter bietet sich als „thematisches Apriori“ nicht an. Hierfür kämen in diesem Fall eher der außer...

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