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Gegenwartskultur als methodologische Herausforderung der Kulturwissenschaft(en)

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Jürgen Joachimsthaler

Was ist das überhaupt: Gegenwartskultur? Und wie lässt sie sich erfassen? Mit diesen nur scheinbar einfachen Fragen begegnet eine als interdisziplinäres Projekt begriffene Kulturwissenschaft dem Problem ihrer Gegenstandskonstitution. Auf wechselnder Abstraktions- und Konkretisationsebene fächern die Beiträge dieses Bandes ein Feld auf, das von grundsätzlicher methodologischer Erwägung bis zu detaillierter Deskription einzelner Phänomene reicht, von der Reflexion rechtlicher wie ökonomischer Rahmenbedingungen bis zu gezielten Blicken über die Ränder national eingeschränkter Wahrnehmungsräume hinaus; unterschiedlich tief wird zur Erklärung aktueller Phänomene in Vergangenheiten geblickt, die wiederum als Geschichts- oder Erinnerungskultur selbst Teil der Gegenwartskultur sein können.
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Kulturwissenschaft, Kulturkritik und Metaphysik. Spuren einer Dreiecksbeziehung (in Polen)

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Andreas Lawaty

Kulturwissenschaft, Kulturkritik und Metaphysik

Spuren einer Dreiecksbeziehung (in Polen)

Die Relevanz des Themas „Religion“ für die Gegenwartskultur traditioneller wie moderner, insbesondere migrationsgeprägter Gesellschaften scheint unbestritten, die „Rückkehr der Religion“ geradezu ubiquitär. Es gibt aber eine „Rückkehr der Religion“ nicht nur in die soziale Raumzeit der Gegenwart, sondern auch in den Maschinenraum der Sozial- und Kulturwissenschaften. Das Verhältnis zwischen Kulturwissenschaft und Religion ist, milde gesagt, komplex, weil es in einem gleichsam natürlichen Konflikt um die Deutungshoheit auf dem Feld der sozialen Gemeinschaftsbildung ausgelebt wird.

Der Medienwissenschaftler Norbert Bolz hat das „Wissen der Religion“ mit der Wissenschaft kontrastiert, die sich gezwungenermaßen „Gott vom Leib halten“ muss, und die das tut, „indem sie auf die Differenz von Immanenz und Transzendenz verzichtet“.1 Wenn die Wissenschaft „die organisierte Abwehr der Frage nach dem Sinn des Lebens“2 sein soll, dann muss die für die Sinnfrage zuständige Religion den Einfluss der Wissenschaft entweder ablehnen oder für die Begründung des eigenen Sinnangebots vereinnahmen. „Jede Soziologie der Religion“ – so Bolz weiter –

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