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Hans-Carl von Schlick (1874–1957)

Eine Biographie – Mit den Tagebüchern aus 1945

Roland Kopp

Hans-Carl von Schlick war bis 1918 Seeoffizier der Kaiserlichen Marine. Als Kommandant des Schlachtschiffes Derfflinger erlebte er die November-Revolution. In der Weimarer Republik ging er in die Privatwirtschaft. 1928 wurde er arbeitslos und verlor in der Weltwirtschaftskrise sein verbliebenes Vermögen. Nach 1933 war er u.a. in der Leitung des Kyffhäuserbundes tätig. 1941 reaktiviert, fand er im Krieg gegen die Sowjetunion als Transportoffizier Verwendung, anschließend beim Ersatzheer in Schlesien. Seit Herbst 1943 lebte Schlick mit seiner schwedischen Frau auf dem Gut seines Bruders in Mecklenburg, von wo die Familie Anfang Mai 1945 vor den nahenden sowjetischen Truppen floh. Die beiden Tagebücher Schlicks aus diesen Monaten werden hier erstmals veröffentlicht. 1957 verstarb der Kapitän z.S. a.D. 82-jährig bei Stockholm.
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11. Schlicks Kriegsverwendungen in der Wehrmacht und die Übersiedlung nach Müsselmow (1941-1943)

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In den beiden letzten Jahren des NS-Reichskriegerbundes bis zu seiner Auflösung Anfang März 1943803 ruhten Schlicks Aktivitäten für den Veteranen-Verband. Im dritten Jahr des Zweiten Weltkrieges wurde er mit 67 Jahren noch einmal Soldat. Einen Monat vor Beginn des Krieges gegen die Sowjetunion, im Mai 1941, zog man auch ihn zur Dienstleistung in der Wehrmacht heran. Seine Dienststelle ab dem 12.5.1941 war zunächst die Abteilung M bei der Rüstungsinspektion III804. Zur Vorbereitung auf seine anschließende Verwendung nahm Schlick am 20./21.5.1941 an einem im Gebäude des Reichsverwaltungsgerichts in Berlin stattfindenden Einweisungskurs für 51 “Transportbearbeiter” teil. Dieser von verschiedenen Rüstungs-Dienststellen der Wehrmacht angeforderte Personenkreis sollte für den Wirtschaftsstab Ost805 abgestellt werden806. Am 22.5. erfolgte Schlicks Vereidigung807.

Am 22.6.1941 begann der Angriff der Wehrmacht auf die Sowjetunion (Unternehmen “Barbarossa”)808. Für den “Kapitän z.S. z.V.”809 v.Schlick ging dem Ostfront-Einsatz als Transport-Offizier bei der Wirtschaftinspektion Nord(Wi In Nord)810 eine wochenlange Wartezeit in einem Hotel am Hamburger Hauptbahnhof voraus811. Seine Tätigkeit als “Abteilungsleiter Marine”812 für die Wi In Nord umfasste lt. Wehrpass dann aber lediglich die Zeit vom 10.6. bis 22.9.1941. Spezifizierende Eintragungen zu einzelnen Einsätzen fehlen dort jedoch813. Schlick war zuständig für Seetransporte von und nach Riga814. ← 107 | 108 → Die drei ab Juni 1941 in der Sowjetunion tätig werdenden Wirtschaftsinspektionen waren im rückwärtigen Bereich der jeweiligen Heeresgruppe – im Falle von Schlicks Wi In Nord die Heeresgruppe Nord...

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