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Das Kunsthochschullehrernebentätigkeitsrecht

Der Hochschullehrer im Spannungsverhältnis zwischen Dienstrecht und grundrechtlicher Freiheit

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Heidrun M.-L. Meier

Das Buch widmet sich den spezifischen Gegebenheiten an den Kunsthochschulen und hier insbesondere dem Nebentätigkeitsrecht der Kunsthochschullehrer. Dessen Sonderstellung als aktiver Künstler und die rechtlich schwer fassbare Eigengesetzlichkeit künstlerischer Handlungsabläufe erschweren die wissenschaftliche Aufarbeitung. Die Autorin arbeitet die Besonderheiten der Kunsthochschulen heraus und vergleicht sie mit denen der wissenschaftlichen Hochschulen. Darüber hinaus befasst sie sich mit dem Begriff der künstlerischen Tätigkeit als zentrales Abgrenzungsmerkmal und überprüft das kodifizierte Nebentätigkeitsrecht auf seine Praxistauglichkeit hin.
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2. Kapitel – Kunsthochschulen als Teil staatlicher Kulturförderung

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2.  Kapitel – Kunsthochschulen als Teil staatlicher Kulturförderung

Die Kunsthochschulen sind neben Universitäten ein traditioneller Bestandteil der deutschen Hochschullandschaft, wenngleich ihnen angesichts ihrer historischen Entwicklung eine Sonderstellung zukommt.

Alle Hochschularten sehen sich durch die zunehmende Finanznot öffentlicher Kassen und des gesellschaftlichen Wandels zuletzt erheblichen Veränderungen ausgesetzt. Vor dem Hintergrund des globalen Wettbewerbs wird auch in Zukunft an sie der Anspruch gestellt werden, sich durch Flexibilisierung und Leistungsorientierung den neuen Gegebenheiten schneller anzupassen.

I. Die Entwicklung des Hochschulwesens

Durch die Föderalismusreform I wurde den Bundesländern eine weitgehende Verantwortung für das Hochschul-, Bildungs- und Beamtenwesen übertragen.

Der Kompetenzübertragung auf die Länder folgte die konsequente Fortschreibung der schon in den vorherigen Novellierungen der Hochschulgesetze angebahnten Umstrukturierung der Hochschulorganisation. Zu den Leitlinien der jüngsten Reformbewegungen gehörten folglich die Ökonomisierung und Professionalisierung des Hochschulwesens, welche durch die Gewährung von mehr Autonomie erreicht werden sollten.59

Gemessen an den weitreichenden aktuellen Entwicklungen markierte der Wandel von der Ordinarienuniversität zur Gruppenuniversität in den 60er und 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts daher nur einen vergleichsweise kleinen Schritt.60 Die mit deren Umwandlung verbundenen Nachteile, wie beispielsweise die Entwicklung zur Gruppen- und Massenuniversität mit einer schwerfälligen Bürokratie, sollten durch die Reformen der letzten Jahre beseitigt werden. Die Hochschule sollte zu ihrer Stärkung im nationalen und internationalen Wettbewerb ← 17 | 18 → „entfesselt“ werden.61 Die erhoffte Wandlung spiegelt sich zudem in den verwendeten Begrifflichkeiten wider, die...

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