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Das Kunsthochschullehrernebentätigkeitsrecht

Der Hochschullehrer im Spannungsverhältnis zwischen Dienstrecht und grundrechtlicher Freiheit

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Heidrun M.-L. Meier

Das Buch widmet sich den spezifischen Gegebenheiten an den Kunsthochschulen und hier insbesondere dem Nebentätigkeitsrecht der Kunsthochschullehrer. Dessen Sonderstellung als aktiver Künstler und die rechtlich schwer fassbare Eigengesetzlichkeit künstlerischer Handlungsabläufe erschweren die wissenschaftliche Aufarbeitung. Die Autorin arbeitet die Besonderheiten der Kunsthochschulen heraus und vergleicht sie mit denen der wissenschaftlichen Hochschulen. Darüber hinaus befasst sie sich mit dem Begriff der künstlerischen Tätigkeit als zentrales Abgrenzungsmerkmal und überprüft das kodifizierte Nebentätigkeitsrecht auf seine Praxistauglichkeit hin.
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A. Gegenstand und Gang der Untersuchung

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A.  Gegenstand und Gang der Untersuchung

Felix Mendelssohn-Bartholdy beschwerte sich im Herbst 1839 bei der Stadt Leipzig über die magere finanzielle Ausstattung des Orchesters, dessen Leiter er war. Mendelssohn-Bartholdy schilderte die untragbaren Umstände, die seine Musiker zwingen würden, abends in Gasthäusern Walzer und Märsche zu spielen, da sie dort das Doppelte verdienen würden, als ihnen ein Konzert einbringen könnte.1 Wenngleich Kunsthochschullehrer heute nicht mehr auf einen zusätzlichen Nebenverdienst angewiesen sind, um ihren Lebensunterhalt zu sichern, sind die Fragen des Nebentätigkeitsrechts weiterhin von erheblicher Aktualität, weshalb in dieser Untersuchung das Recht der Nebentätigkeit unter Berücksichtigung der besonderen Gegebenheiten an Kunsthochschulen im Fokus steht.

Unter den Oberbegriff der Kunsthochschulen werden sowohl die Hochschulen für bildende und freie Kunst, die für Schauspielkunst, die Filmhochschulen, die Hochschulen für Medien und Tanz und die Musikhochschulen gefasst. Die Studiengänge Architektur und angewandte Kunst sind demgegenüber entweder den Kunsthochschulen oder den Universitäten angegliedert.

Während das Nebentätigkeitsrecht der wissenschaftlichen Hochschullehrer weitgehend durch die Wissenschaft aufgearbeitet wurde,2 handelt es sich bei der rechtlichen Bewertung und Einordnung künstlerischer Nebentätigkeiten immer noch um eine „terra incognita“.3 Dies ist umso erstaunlicher, wenn man berücksichtigt, dass das Recht der Kunsthochschulen in den Landeshochschulgesetzen weitgehend integriert ist und den Kunsthochschulen gerade in Deutschland ein hoher traditioneller Stellenwert zukommt. ← 1 | 2 →

Die mangelnde wissenschaftliche Aufarbeitung mag primär auf die schwer fassbare Eigengesetzlichkeit...

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