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Skandinavische bildende Kunst von 1950 bis zur Gegenwart

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Edited By Brigitte Hartel and Bernfried Lichtnau

In diesem Buch präsentieren elf Autoren die Geschehnisse auf dem Gebiet der bildenden Kunst in den letzten siebzig Jahren in den skandinavischen Ländern Schweden, Norwegen, Dänemark, Finnland und Island mittels Überblicksdarstellungen und unter verschiedenen Aspekten. Dabei zeigen sich viele Gemeinsamkeiten, aber auch immer wieder Abweichungen der Länder untereinander. Ebenso werden die unumstrittene Verbundenheit und der Austausch mit der Kunst einiger Länder Kontinentaleuropas und den USA erläutert.
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Angst vor der Atombombe, Vietnam, Chile-Putsch und EWG. Politisches Engagement in der norwegischen Kunst in den 1960-er und 1970-er Jahren: Harald Flor

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„Bildende Kunst besteht aus Gebrauchsgegenständen für das Bewusstsein.“

Morten Krohg, 1969.1

„Wir sollten uns bewusst sein, dass die totale Menschenverachtung das fürchterlichste Raubtier auf dieser Welt ist. Heute zeigt sie sich ganz unverhohlen auf dem Podium in einem Kunstmuseum. Schon morgen kann sie alles bombardieren und übermorgen Vernichtungslager errichten.“

Erik Egeland, 1969.2

Die o.g. Zitate zeigen, dass die Kunstdebatte in Norwegen Ende der 1960-er Jahre von hitzigen Diskussionen und verhärteten Fronten geprägt sein konnte. Die Situation war bis zur Mitte der 1970-er Jahre etwa die gleiche – selbst dann noch, als schon andere Streitpunkte in den Fokus der bildenden Kunst gerückt waren.

Es gibt selbstverständlich keine klaren Abgrenzungen zwischen den Jahrzehnten nach dem Krieg. Einige wenige Künstler identifizierten sich mit der nazideutschen Besatzungsmacht und deren norwegischen Unterstützern, und Norwegen bekam sogar eine mildere Version von Hitlers Hass-Predigten gegen den Modernismus – die mit der Wanderausstellung „Entartete Kunst“ (Eröffnung 1937 in München) ihren Höhepunkt erreichte. „Kunst und Unkunst“ hieß die Schau in der Osloer Nationalgalerie, die Søren Onsager als Quislings Lakai den Großteil der Besatzungszeit betreute. Onsager folgte seinen Vorbildern im Dritten Reich nicht und setzte Edvard Munch nicht auf den Index. Dort landeten aber andere bekannte Namen wie Reidar Aulie, Kai Fjell, Willi Midelfart, Olav Strømme und Sigurd Winge. Die beiden Letztgenannten hatten wichtige Impulse von dem deutschen Flüchtling Rolf Nesch erhalten.

Er wurde...

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