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Skandinavische bildende Kunst von 1950 bis zur Gegenwart

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Edited By Brigitte Hartel and Bernfried Lichtnau

In diesem Buch präsentieren elf Autoren die Geschehnisse auf dem Gebiet der bildenden Kunst in den letzten siebzig Jahren in den skandinavischen Ländern Schweden, Norwegen, Dänemark, Finnland und Island mittels Überblicksdarstellungen und unter verschiedenen Aspekten. Dabei zeigen sich viele Gemeinsamkeiten, aber auch immer wieder Abweichungen der Länder untereinander. Ebenso werden die unumstrittene Verbundenheit und der Austausch mit der Kunst einiger Länder Kontinentaleuropas und den USA erläutert.
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Die Bedeutung des Figurativen in der finnischen Kunst der 1950er Jahre: Tutta Palin

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In der finnischen Kunstgeschichtsschreibung gelten die 1950er Jahre als das „goldene“ Jahrzehnt des finnischen Designs. Im Gegensatz dazu wurden die späten 1940er und 1950er Jahre in der Malerei als Phase des langsamen Überganges oder gar der „Stagnation“ vor dem endgültigen Durchbruch der „Moderne“, d.h. der Abstraktion, in den 1960ern verstanden.1 Die Zeit des Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg wurde sogar metaphorisch als Phase der Genesung bezeichnet.2 Damals wurden die bildenden Künste vor allem an moderner Architektur und Design gemessen, was auf den internationalen Erfolg einiger finnischer Architekten und Designer zurückzuführen ist. Zu diesen zählten Alvar Aalto, der in den 1950er Jahren eine revidierte, hochmoderne Version seiner Formensprache einführte und damit sein architektonisches Vermächtnis hinterließ, und Designer wie Tapio Wirkkala und Timo Sarpaneva, die Preise auf den Mailänder Design Triennalen der 1950er Jahre gewannen. Gemäß dieser durch Architektur und Design vorgegebenen Norm galt konkrete Kunst, deren Programmatik in Theo von Doesburgs 1930 erschienenem Manifest formuliert wurde, als die reinste und höchste Form moderner Kunst. Die 1950er Jahre werden dementsprechend als die Ära des langsamen und deshalb paradoxerweise heroisierten Durchbruchs der Abstraktion gesehen, welcher in dem ersten öffentlich in Auftrag gegebenen monumentalen abstrakten Gemälde kulminierte. Das Triptychon Contrapunctus (Abb. 1) von Sam Vanni (1908-1992) ging als Sieger aus einem offenen Wettbewerb hervor und wurde 1960 im neuen Anbau der finnischsprachigen Volkshochschule in Helsinki angebracht.3

Das 1959 entstandene Gebäude von Aulis Blomstedt und Vannis Gemälde bildeten zusammen ein...

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