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Modelle betrieblicher Arbeitnehmerbeteiligung

Ein historisch-europäischer Rechtsvergleich zwischen Deutschland und dem Vereinigten Königreich

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Tom Christopher Pröstler

Das Buch beleuchtet die betriebliche Arbeitnehmerbeteiligung und deren Entstehung in Deutschland, dem Vereinigten Königreich und der EU aus rechtswissenschaftlicher Perspektive. In wenigen Bereichen gehen die rechtlichen Traditionen innerhalb der EU so sehr auseinander wie bei diesem Thema. Während in Deutschland gesetzlich festgelegte betriebliche Beteiligung ein prägender Teil der betrieblichen Realität ist, gibt es solche Regelungen im Vereinigten Königreich weitgehend nicht. Die europäische Gesetzgebung wiederum schreibt nur einen Minimalkonsens fest. Der Autor liefert hierzu einen historischen Überblick und stellt vier Beteiligungsmodelle aus Deutschland und dem Vereinigten Königreich genauer vor.
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E. Analyse

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E. Analyse

Betrachtet man die historische Entwicklung der betrieblichen Beteiligung in Deutschland, dem Vereinigten Königreich, der Europäischen Union und insbesondere die vier im Detail untersuchten Beteiligungsmodelle, so zeigt sich, dass über die letzten einhundertfünfzig Jahre teilweise sehr unterschiedliche, teilweise sehr ähnliche gestalterische Elemente, Konzepte und Methoden zur Verwirklichung betrieblicher Beteiligung entwickelt und eingesetzt wurden. Genauso vielseitig sind auch die Wirkungen, die diese hatten und teilweise heute noch haben. In den Modellen enthalten waren verschiedene institutionelle Elemente und Verfahrenselemente, wobei sich die Schwerpunktsetzung von Beteiligungsmodell zu Beteiligungsmodell teilweise erheblich unterschied. Im Folgenden werden die Elemente, Konzepte und Methoden, die sich aus den verschiedenen Beteiligungsmodellen ergeben, entlang der entwickelten Untersuchungskriterien und anhand der historischen Erfahrungen dargestellt und bewertet.

Die institutionellen Elemente bildeten in den verschiedenen Beteiligungsmodellen die grundlegende Organisationsstruktur. Sie wichen teilweise deutlich von einander ab, in anderen Bereichen wiederum waren sie sich sehr ähnlich. Unterschiede und Ähnlichkeiten bestanden zum einen bei Ausgestaltung und Zusammensetzung der für die institutionelle Struktur bestimmenden Vertretungsgremien und zum anderen im Vorhandensein oder Fehlen von aufeinander aufbauenden Vertretungsebenen.

Die einfachste Organisationsstruktur der betrieblichen Beteiligung ist ein Austausch zwischen allen Arbeitnehmern des Betriebs oder zumindest eines Teils von ihnen in einer Gesamtversammlung. Eine solche Versammlung war in praktisch allen Beteiligungssystemen in der einen oder anderen Form vorhanden. Allerdings bildete sie in keinem der Beteiligungsmodelle dessen Kernelement. Vielmehr diente die Gesamtversammlung der Arbeitnehmervertretung als Vehikel zur Information der Arbeitnehmer und zum Austausch mit ihnen. Zudem wurden die meisten Arbeitnehmervertretungen...

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