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Pflege im Hospital

Die Aufwärter und Aufwärterinnen von Merxhausen (16. – Anfang 19. Jh.)

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Natascha Noll

Die Autorin befasst sich mit dem Thema Pflege in der Frühen Neuzeit. Krankenpflege in dieser Zeit wird vor allem mit religiösen Orden und Gemeinschaften in Verbindung gebracht. Über die weltliche Krankenpflege ist hingegen wenig bekannt, noch weniger über die Personen, die pflegten. Das Buch untersucht diesen Themenkomplex anhand des Hospitals Merxhausen. Im Zentrum stehen die Personen der Aufwärter und Aufwärterinnen, ihre Arbeitsverrichtung sowie ihr Verhältnis zu den Hospitalsinsassen. Darauf aufbauend werden grundlegende Fragen zu Hygiene und Medizin, aber auch zu Gewaltanwendung und Einsperrung in einem Hospital der Frühen Neuzeit behandelt.
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11. Fazit

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11.  Fazit

In der vorliegenden Studie wurde der Ansatz verfolgt, Aufwärter und Aufwärterinnen sowie die Aufwartung als Tätigkeit innerhalb der Lebens- und Arbeitszusammenhänge vom 16. bis zum frühen 19. Jahrhundert zu untersuchen. Die mikrohistorische Analyse anhand eines Hospitals ermöglichte es dabei, nicht nur die organisatorische und strukturelle Seite des Hospitals mit einzubeziehen, sondern auch die sozialen Beziehungen und individuellen Handlungsweisen im Alltag zu berücksichtigen.

Die Auffassung, dass sich frühneuzeitliche Hospitäler grundlegend von modernen Krankenhäusern und anderen Institutionen, in denen Menschen heute versorgt und gepflegt werden, unterschieden, ist nicht neu. Nimmt man diese Feststellung aber ernst, wird es schwierig bis unmöglich, die Aufwartung in einen direkten Vergleich mit der modernen Krankenpflege zu setzen, wie dies innerhalb der Geschichtsschreibung zur Krankenpflege häufiger geschehen ist. Bei einer solchen Gegenüberstellung kann die Aufwartung nur als eine schlechte und rückständige Form von Krankenpflege erscheinen.

Ein Ziel der vorliegenden Arbeit war es daher, das zeitgenössische Bezugs system offenzulegen, innerhalb dessen sich die Aufwärter und Aufwärterinnen bewegten und tätig waren. Dabei wurde deutlich, dass das frühneuzeitliche Hospital als Institution durch Lebens- und Arbeitszusammenhänge geprägt war, die in verschiedener Hinsicht als vormodern gekennzeichnet werden können. Im konkreten Fall des Hospitals Merxhausen zeigt sich dies durch die gesamte Einbindung der Familie in das Hospital, eine ständisch geprägte Bedienstetenstruktur und die damit verbundenen Rekrutierungs- und Karriereformen im Hospital.

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