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Ethische Aspekte des Sports

Doping – Enhancement – Spitzensport

Sandra Ückert, Andreas Mues and Winfried Joch

Der Berichtband enthält Vorträge, die während einer Tagung des Berliner Forschungszentrums Ethik im Jahr 2014 gehalten wurden. Thema der Veranstaltung war die Vereinbarkeit von ethischen Normen und dem konkurrenzbetonten, auf Erfolg fixierten Spitzensport, welche in der Öffentlichkeit als selbstverständlich angenommen wird. In der Realität ist das sportliche Wettkampfgeschehen häufig durchsetzt von Verhaltensweisen und Zielorientierungen, die an dieser Vereinbarkeit berechtigte Zweifel aufkommen lassen. In den Beiträgen werden auf der Grundlage dieser Antinomie Positionen skizziert und diskutiert, die diese Vereinbarkeit für zwingend geboten halten, wenn der Sport – besonders im Umgang mit Mitteln zur Leistungssteigerung, die dem Kodex sportlichen Handelns nicht entsprechen – in humanen Gesellschaften weiterhin als Erfolgsmodell gelten soll.
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Ethik & Sport: Eine Einführung

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Die in diesem Band abgedruckten Beiträge wurden auf der Tagung „Ethik & Sport: Enhancement, Doping, Spitzensport“ am 10. Oktober 2014 am Berliner Forschungszentrum Ethik vorgetragen und waren und sind somit von der Zielsetzung getragen, einen Beitrag zur Versachlichung sportethischer Diskussionen insbesondere auch im öffentlichen Raum zu leisten. Denn in den aktuellen Debatten des modernen Hochleistungssports kommt es innerhalb der sportethischen Analysen immer wieder zu zyklischen Diskussionen, die primär durch Skandale aus dem Bereich der sportlichen Lebenswelt ausgelöst werden und daher eine systematische wissenschaftliche Diskussion der dahinter verborgenen Phänomene eher erschweren.

Dieser Band soll somit zum einen dazu dienen, die langfristig angelegte analytische Auseinandersetzung mit den wesentlichen Fragen der Sportethik zu befördern und zum anderen, Perspektiven für eine Verstetigung des wissenschaftlichen Austausches zu sportphilosophischen Fragen normativen Charakters unabhängig von medialen Skandalszenarien aufzuzeigen.

Die Sportethik als eine noch recht junge Bereichsethik beschäftigt sich mit der kritischen Reflexion und Begründung moralischer Normen, die dem menschlichen Handeln in der Lebenswelt des Sports zugrunde liegen (vgl. Pawlenka, 2005, S. 34).1 An dieser Stelle deutet die verwendete Terminologie von der sportlichen Lebenswelt bereits eine weit gefasste Definition des eigentlichen Zielbereiches sportethischer Reflexionen an, denn bereits Ludwig Wittgenstein legte in seinen philosophischen Untersuchungen in der Auseinandersetzung mit den Grenzen taxonomischer Klassifikationsmodelle bei der Definition von Begriffen und seiner daraus resultierenden Konzeption der Familienähnlichkeit wesentliche Probleme von Begriffen wie dem des „Spieles“ offen (vgl. Wittgenstein, 2009, § 3).2 Um zu ← 7...

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