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Ethische Aspekte des Sports

Doping – Enhancement – Spitzensport

Sandra Ückert, Andreas Mues and Winfried Joch

Der Berichtband enthält Vorträge, die während einer Tagung des Berliner Forschungszentrums Ethik im Jahr 2014 gehalten wurden. Thema der Veranstaltung war die Vereinbarkeit von ethischen Normen und dem konkurrenzbetonten, auf Erfolg fixierten Spitzensport, welche in der Öffentlichkeit als selbstverständlich angenommen wird. In der Realität ist das sportliche Wettkampfgeschehen häufig durchsetzt von Verhaltensweisen und Zielorientierungen, die an dieser Vereinbarkeit berechtigte Zweifel aufkommen lassen. In den Beiträgen werden auf der Grundlage dieser Antinomie Positionen skizziert und diskutiert, die diese Vereinbarkeit für zwingend geboten halten, wenn der Sport – besonders im Umgang mit Mitteln zur Leistungssteigerung, die dem Kodex sportlichen Handelns nicht entsprechen – in humanen Gesellschaften weiterhin als Erfolgsmodell gelten soll.
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Ethische Kulturen und Sport

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This article distiguishes three levels of sports and exercise conduct. Each of these should be assessed differently considering ethical relevance, starting with the first level which is completely devoid of ethics, up to actual ethical behaviour on the third level.

Im modernen Sport lässt sich eine erstaunliche Wiederbelebung der agonalen Einstellung der antiken griechischen Kultur erkennen.1 Eine zweite, weniger bemerkte Annäherung an das Griechentum stellt die mögliche Verbindung von Sportpraktiken mit dem Ethos des guten Lebens dar. Nach der antiken Auffassung gehörte eine herausragende athletische Praxis in den Kontext eines außergewöhnlichen Lebens. Wer zur Elite der Athleten gehörte, tat sich auch in anderen Lebenssituationen außerhalb des agonalen Kampfs hervor.

Heute richtet sich die Aufmerksamkeit der Medien und des breiten Publikums weitgehend auf Spitzenresultate, ohne die Persönlichkeit des Sportlers in die Würdigung der Leistung mit einzubeziehen. Wenn aber dem Sport ein kultureller Wert und dem Athleten eine Vorbildfunktion zugeschrieben werden soll, kann er nicht auf die Hervorbringung von rein körperlichen Leistungen reduziert werden. Als Widerpart zur Idolatrie von Ergebnissen, von Rekorden und Seriensiegern, zu einer Bewunderung von rein quantitativ gemessenen Leistungen, wird die ethische Hochschätzung des Sports ins Feld geführt. Der Sport selbst biete aufgrund seiner Konstitution ein Feld ethischer Handlungen an. Wer in dieses Feld eintritt, habe die Chance, seiner Beteiligung einen ethischen Charakter zu geben. Das scheint, wenn man den normativen Charakter von Spielregeln bedenkt, richtig zu sein. Bei dieser...

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