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Drachen und Rad

Gesammelte Beiträge zur mährischen Geschichte

Hellmuth Kiowsky

Drachen und Rad, das Wahrzeichen von Brünn, stehen hier stellvertretend für Mährens reiche Geschichte, die in diesem Buch ebenso belehrend wie unterhaltend dem Leser nahe gebracht wird. Die einzelnen Kapitel sind lose angereiht und bilden so eine bunte Palette an Informationen, die nicht nur geschichtlich fundiert ist, sondern auch zum Schmunzeln wie zur Besinnlichkeit anregen will. Angesichts der Tatsache, dass es nur noch wenige Zeitzeugen einer deutschen Vergangenheit in Brünn und Mähren gibt, dient das Buch auch der Erinnerung an lange vergangene Zeiten.
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Brünn um die Jahrhundertwende

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Nur wenigen wird bekannt sein, dass am sonnigen Hang zur Schreibwaldstraße der Weinbau gepflegt wurde. Als Folge eingetretener klimatischer Veränderungen und durch die aus Frankreich eingeschleppte Reblaus wurde er zum großen Teil vernichtet. Eine neue Anpflanzung lohnte sich nicht und man ging zur Obstkultur über, die mehr Nutzen einbrachte.

Auch der südmährische Weinbau wurde arg in Mitleidenschaft gezogen, aber eine Anpflanzung mit widerstandsfähigen Reben führte zum Erfolg. Weine wurden hervorgebracht, die mit deutschen Weinen, besonders mit denen von der Mosel, konkurrieren konnten.

An einem Sommertag des Jahres 1903 entlud sich über der Stadt ein Unwetter, wie ich es in meinem Leben nicht wiedererlebt habe. In der Sturmgasse beobachtete ich, wie die Dachziegel von den Dächern der Wohnhäuser zur Erde prasselten. Die Bäume allerorts, besonders die hohen Pappeln beim Freibad an der Fischergasse in Altbrünn fielen dem Orkan zum Opfer. Im Augarten wurden zwei Menschen von einem stürzenden Baum erschlagen.

Die alljährlich vor dem ersten Weltkrieg von allen deutschen Vereinen Brünns veranstalteten Spiel-und Turnfeste auf dem Gelände des Sportplatzes im Schreibwald leitete ein Festzug ein, der von einer Reiterabteilung angeführt und einigen Musikkapellen begleitet war. Unter dem Beifall der zahlreichen Zuschauer zogen die Vereine und die Schuljugend vom Großen Platz über den Stadthofplatz – Bäckergasse-Gregor Mendelplatz – Schreibwaldstraße zum Festplatz, wo Turnübungen, Musikdarbietungen und verschiedene Volksbelustigungen den Festbesuchern geboten wurden. Preisschießen und die K...

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