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Drachen und Rad

Gesammelte Beiträge zur mährischen Geschichte

Hellmuth Kiowsky

Drachen und Rad, das Wahrzeichen von Brünn, stehen hier stellvertretend für Mährens reiche Geschichte, die in diesem Buch ebenso belehrend wie unterhaltend dem Leser nahe gebracht wird. Die einzelnen Kapitel sind lose angereiht und bilden so eine bunte Palette an Informationen, die nicht nur geschichtlich fundiert ist, sondern auch zum Schmunzeln wie zur Besinnlichkeit anregen will. Angesichts der Tatsache, dass es nur noch wenige Zeitzeugen einer deutschen Vergangenheit in Brünn und Mähren gibt, dient das Buch auch der Erinnerung an lange vergangene Zeiten.
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Christian d’Elvert

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Die französische Revolution brachte auch der mährischen Hauptstadt Brünn den Zustrom von Verfolgten, darunter das Ehepaar d’Elvert aus Wallonie. Ihr Sohn Christian – geboren am 11. April 1803 – wurde zu einem führenden Kopf der deutschliberalen Bewegung des Landes, wozu ihn juristische Studien und eine ausgedehnte Praxis bei den Verwaltungsbehörden in Iglau und Brünn befähigten.

Bevor das Revolutionsjahr 1848 auch unsere Heimatstadt in die aufbrechenden nationalen und sozialen Gegensätze hineinzog, erwies Christian d’Elvert seinen Weitblick bei der Bewältigung lange anstehenden Probleme. Er verhandelte mit Erfolg die Regulierung der Zwitta und befreite die Vorstädte, wie auch das Krönaviertel von den jährlichen Überschwemmungen. Damit konnten diese Gebiete der Verbauung zugeführt und auch gewerblich nutzbare Flächen für die emporstrebende Industriestadt- das österreichische Manchestergewonnen werden.

Eine bedeutende Aufgabe fiel dem Sprössling der Zuwanderer mit der Wahl zum Abgeordneten des mährischen Landtags und des Deutschen Reichstags in der Frankfurter Paulskirche (1849) zu. Dieses erste demokratisch gewählte Parlament bot die Gelegenheit, sich mit den Folgen der wirtschaftshemmenden Kleinstaaterei im Zeitalter grenzüberschreitender Industrieverflechtung bekannt zu machen. Auch musste der Brünner Abgeordnete der von František Palacký vertretenen These entgegenwirken, dass eine Teilnahme am Gesetzeswerk der Paulskirche den Interessen des Vielvölkerstaates der Donaumonarchie nachteilig und für das tschechische Volk gefährlich wäre.

Nachdem der „Deutsche Bund“ am Gegensatz Habsburg-Hohen-Zollern gescheitert war – der Reichstag wurde von ← 115 | 116 → fürstlichen...

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