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Drachen und Rad

Gesammelte Beiträge zur mährischen Geschichte

Edited By Hellmuth Kiowsky

Drachen und Rad, das Wahrzeichen von Brünn, stehen hier stellvertretend für Mährens reiche Geschichte, die in diesem Buch ebenso belehrend wie unterhaltend dem Leser nahe gebracht wird. Die einzelnen Kapitel sind lose angereiht und bilden so eine bunte Palette an Informationen, die nicht nur geschichtlich fundiert ist, sondern auch zum Schmunzeln wie zur Besinnlichkeit anregen will. Angesichts der Tatsache, dass es nur noch wenige Zeitzeugen einer deutschen Vergangenheit in Brünn und Mähren gibt, dient das Buch auch der Erinnerung an lange vergangene Zeiten.
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Jan Hus

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Wenn von den „Hussiten“ die Rede ist, sollten wir deren Namens-geber kennenlernen. Dazu begeben wir uns zurück in die Zeit seines Wirkens, in das 15. Jahrhundert.

Die Ereignisse um 1400 waren für Böhmen und Mähren nicht so sehr politisch als vielmehr religiös von Bedeutung. Durch die Lehren des Oxforders Theologen John Wyclif, vermittelt und angeregt durch Hieronymus von Prag, nahm der Hochschullehrer Jan Hus die Ansichten John Wyclifs begeistert auf. Wyclif forderte angesichts des Verfallserscheinungen des christlichen Glaubens in England die Abkehr des Klerus vom Besitz der weltlichen Macht.

Hus wandte sich dem Studium der Theologie zu und wurde 1400 zum Priester geweiht. Neun Jahre darauf bekleidete er das Amt des Rektors der Prager Universität. Er setzte auch das 1409 erlassene Kuttenberger Dekret bei König Wenzel durch, das den Tschechen die Mehrheit an der Universität zusicherte.

Hus predigte eine tugendhafte Lebensweise und eiferte gegen Zeitgeist und Mode, was allerdings beim Volk nicht unbedingt Anklang fand. Seine Kritik richtete sich gegen die Habsucht des Klerus und das Lasterleben sowie gegen den weltlichen Besitz der Kirche. Er erkannte die Unfehlbarkeit des Papstes nicht an, predigte die von Wyclif übernommene Prädestinationslehre und trat für Tschechisch als Sprache im Gottesdienst ein. Ferner verurteilte er die Ablassbullen von Papst Johannes XXIII.

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