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Drachen und Rad

Gesammelte Beiträge zur mährischen Geschichte

Edited By Hellmuth Kiowsky

Drachen und Rad, das Wahrzeichen von Brünn, stehen hier stellvertretend für Mährens reiche Geschichte, die in diesem Buch ebenso belehrend wie unterhaltend dem Leser nahe gebracht wird. Die einzelnen Kapitel sind lose angereiht und bilden so eine bunte Palette an Informationen, die nicht nur geschichtlich fundiert ist, sondern auch zum Schmunzeln wie zur Besinnlichkeit anregen will. Angesichts der Tatsache, dass es nur noch wenige Zeitzeugen einer deutschen Vergangenheit in Brünn und Mähren gibt, dient das Buch auch der Erinnerung an lange vergangene Zeiten.
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Hussitenkriege

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1428 wurde die Stadt Brünn von den Taboriten belagert, dem militanten Flügel der Hussiten, die 1420 die südböhmische Stadt Tabor gründeten. Sie wollten nach dem Vorbild der christlichen Urgemeinde leben, verwarfen das Priesteramt, die Heiligenverehrung und die Sakramente mit Ausnahme der Taufe und des Abendmahls. In den Hussitenkriegen erlangten die verbündeten Taboriten einige bedeutende Siege.

König Wenzel hatte nicht viel im Sinn mit dem Regieren, er war der Jagd zugeneigt, so dass ihn ständig eine Meute Hunde umgab. Doch wurden ihm die Hunde zum Schicksal, als am letzten Tag des Jahres 1386 seine Gemahlin Johanna von Bayern von einem der Hunde zu Tode gebissen wurde. Seit dieser Zeit veränderte sich Wenzels Wesen, er gab sich dem Trunke hin, wurde träge und bösartig. Er soll furchtbare Wutanfälle bekommen haben. 1393 zerstritt er sich mit dem Prager Erzbischof, ließ einige dessen Berater verhaften und foltern.

Eine gruselige Geschichte ergab sich, als der Priester Johannes aus Pomuk, der heilige Johann Nepomuk, geboren 1350 als Sohn des Richters Welflin, Generalvikar des Erzbischofs von Jenzenstein, von Wenzel gefangengenommen wurde. Der Grund für diese Maßnahme blieb geheimnisvoll unerwähnt. Man kann als sicher annehmen, dass es sich um eine Art „Amtsgeheimnis“ handelte. In der Kaiserchronik, vierzig Jahre später, steht zu lesen, Nepomuk war der Beichtvater der Königin. König Wenzel wollte erfahren, was seine Frau dem Priester unter dem Siegel des Beichtgeheimnisses anvertraut hatte....

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