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Drachen und Rad

Gesammelte Beiträge zur mährischen Geschichte

Hellmuth Kiowsky

Drachen und Rad, das Wahrzeichen von Brünn, stehen hier stellvertretend für Mährens reiche Geschichte, die in diesem Buch ebenso belehrend wie unterhaltend dem Leser nahe gebracht wird. Die einzelnen Kapitel sind lose angereiht und bilden so eine bunte Palette an Informationen, die nicht nur geschichtlich fundiert ist, sondern auch zum Schmunzeln wie zur Besinnlichkeit anregen will. Angesichts der Tatsache, dass es nur noch wenige Zeitzeugen einer deutschen Vergangenheit in Brünn und Mähren gibt, dient das Buch auch der Erinnerung an lange vergangene Zeiten.
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Die Deutsche Musikschule in Brünn (aus dem Jahr 1940)

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An und für sich ein unscheinbares Haus in der ehemaligen Basteigasse, der heutigen Roozeveltova, dort, wo man ein Musikinstrument lernen konnte.

Darunter verstand man vor allem Geige, Cello oder Klavier. Für Geige war Frau Professor Maria Appelt zuständig, eine alleinstehende Mitvierzigerin, die auch das Orchester der Schule leitete. Der wöchentliche Einzelunterricht bestand aus teilweisem Vorspielen der Hausaufgabe, deren Verbesserung durch Hinweise und Anweisung zur neuen Aufgabe. Was es da alles zum Üben gab! Tonleiter rauf und runter in Doppelgriffen, wie Terzen, Sexten und Oktaven, Bogenübungen, Etüden und kleine Konzerte – jeden Tag mindestens zwei Stunden. Es war objektiv gesprochen eine endlose Qual, aber die empfand man nicht, weil man getrieben war vom Ehrgeiz und verlockt vom Ziel. Eine subjektiv empfundene Folterung war hingegen das wöchentliche Spielen im Orchester. Die Pianostellen konnten nicht leise genug sein und dann noch dazu die Langweiligkeit der Stücke. Bis endlich einmal der Schwanensee von Tschajkowsky aufgelegt wurde. In der zweiten Geige saßen, so wie ich es sah, zwei olle Tanten mit ihrem Tascherl auf dem Stuhl beim Allerwertesten eingeklemmt. Sie waren externe Gestalten, die nicht zum Unterricht inskribiert waren. Eine junge Weiblichkeit in der Sektion war die Marta Tomischka am ersten Pult der zweiten Geige. Sie war sehr talentiert und spielte bei einer Veranstaltung vor Wehrmachtsangehörigen einen Solopart. Sie erhielt vollen Applaus in ihrer BDM-Uniform mit weißen Baumwollsöckchen. Leider hatte sie eine unmodische Brille mit schwarzem Brillengestell, was dem Outfit...

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