Show Less
Restricted access

Drachen und Rad

Gesammelte Beiträge zur mährischen Geschichte

Edited By Hellmuth Kiowsky

Drachen und Rad, das Wahrzeichen von Brünn, stehen hier stellvertretend für Mährens reiche Geschichte, die in diesem Buch ebenso belehrend wie unterhaltend dem Leser nahe gebracht wird. Die einzelnen Kapitel sind lose angereiht und bilden so eine bunte Palette an Informationen, die nicht nur geschichtlich fundiert ist, sondern auch zum Schmunzeln wie zur Besinnlichkeit anregen will. Angesichts der Tatsache, dass es nur noch wenige Zeitzeugen einer deutschen Vergangenheit in Brünn und Mähren gibt, dient das Buch auch der Erinnerung an lange vergangene Zeiten.
Show Summary Details
Restricted access

Gedanken über ein Mödritzer Original

Extract



Zwei Mödritzer Studenten begrüßen einander im Café des Deutschen Hauses in Brünn „Guiten Moring – Guiten Moring!“ Der Kellner in der Nähe hört das und bringt sehr höflich nach ein paar Sekunden eine englische Speisekarte. Die beiden schauen sich verdutzt an und beginnen zu lachen. Sie erklären dem Kellner das Missverständnis, welches darauf beruht, dass der Mödritzer Morgengruß dem englischen sehr ähnlich klingt. Der eine der Studenten übrigens hat Medizin studiert – und ist dann Pfarrer geworden.

Damit Sie es genau wissen: der Pfarrer war Jakob Humula, Bischöflicher Geistlicher Rat zu Schweinfurt. Der aber, der diese kleine Begebenheit aufzeichnete, war „der rote Bartl“. Franz mit Namen und auch „Bogna-Franzl“ genannt, weil er Wagner war.

Ihn zu charakterisieren, weiß man nicht, wo man anfangen soll. Am besten von seiner ausgeprägten Seite, seinem Humor. Er ist der Beweis dafür gewesen, dass ehrlich humorvolle Menschen keine Possenreißer, sondern ernsthaft sind, begabt mit einer kritischen Gabe, ihre Mitmenschen zu beobachten. War er doch nicht nur beliebter Darsteller, sondern jahrelanger Leiter der Laienbühne. In der Mödritzer Turnhalle gab es eine richtige Bühne mit einer technischen Ausstattung wie „die Großen“. Ein versenkter Orchesterraum, Kulissenraum darunter, Gräuschmaschine, 150 eigene Kostüme, 60 Perücken usw. Monatlich wurde gespielt. Alles, vom Meineidbauer, G’wissenswurm und Kreuzelschreiber bis zu Max Halbes „Strom“ oder Sudermanns „Johannisfeuer“ – vom „Weißen Rössl“ oder „Walzermädel von Wien“ bis zu Lehars...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.