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Drachen und Rad

Gesammelte Beiträge zur mährischen Geschichte

Edited By Hellmuth Kiowsky

Drachen und Rad, das Wahrzeichen von Brünn, stehen hier stellvertretend für Mährens reiche Geschichte, die in diesem Buch ebenso belehrend wie unterhaltend dem Leser nahe gebracht wird. Die einzelnen Kapitel sind lose angereiht und bilden so eine bunte Palette an Informationen, die nicht nur geschichtlich fundiert ist, sondern auch zum Schmunzeln wie zur Besinnlichkeit anregen will. Angesichts der Tatsache, dass es nur noch wenige Zeitzeugen einer deutschen Vergangenheit in Brünn und Mähren gibt, dient das Buch auch der Erinnerung an lange vergangene Zeiten.
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Von der mittelalterlichen Kleinstadt zur Metropole Mährens

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Wollen wir die planmäßige Entwicklung zur Großstadt verfolgen, müssen wir versuchen uns jenes Stadtbild zu vergegenwärtigen, das sich dem Chronisten bei Anbruch der neuen Zeitwende geboten hat. Dann könne wir erst richtig den Fortschritt ermessen und beurteilen, welch gewaltiges Aufbauwerk geschaffen wurde. Als eine solche Zeitwende können wir das Jahr 1839 ansprechen, jenen Zeitpunkt, von welchem an das Antlitz unserer Stadt grundlegende Wandlungen erfuhr. Überliefert uns die Chronik doch die Eröffnung der ersten Eisenbahn Wien-Brünn am 7. Juli 1839. Wahrhaftig ein historischer Tag, der im weiteren Verlauf die nachhaltigsten Auswirkungen mit sich brachte.

Wie sah es zu jener Zeit in unserer Vaterstadt aus? Noch immer war sie von Wall und Graben umgeben und eingeengt. Bloß 6 Stadttore und ein Pförtlein vermittelten den Verkehr mit der Außenwelt. die Stadt selbst zählte damals 999 Häuser und 20 329 Einwohner, die überwiegend katholisch waren. Nur 146 bekannten sich als Protestanten und 135 als Juden.

Die Grundrissaufteilung der Stadt zeichnete sich in ihrer Linienführung im wesentlichen so ab, wie wir sie im Gedächtnis haben, freilich viel enger und winkliger, flankiert von den altväterlichen Häusern aus Urgroßvaterszeit. Gehsteige waren damals noch nicht besonders in Mode und das Pflaster, welches da und dort in den Großstädten gelegt war, nicht sonderlich eben, dafür umso buckliger, was die Pferdegespanne in ihrer holprigen Fahrt zu spüren bekamen. Die Zeit der Laternenträger...

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