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Drachen und Rad

Gesammelte Beiträge zur mährischen Geschichte

Hellmuth Kiowsky

Drachen und Rad, das Wahrzeichen von Brünn, stehen hier stellvertretend für Mährens reiche Geschichte, die in diesem Buch ebenso belehrend wie unterhaltend dem Leser nahe gebracht wird. Die einzelnen Kapitel sind lose angereiht und bilden so eine bunte Palette an Informationen, die nicht nur geschichtlich fundiert ist, sondern auch zum Schmunzeln wie zur Besinnlichkeit anregen will. Angesichts der Tatsache, dass es nur noch wenige Zeitzeugen einer deutschen Vergangenheit in Brünn und Mähren gibt, dient das Buch auch der Erinnerung an lange vergangene Zeiten.
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Die Geschichte des Würfelzuckers

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Bis ungefähr zum Jahre 1800 wurde der Zucker nur aus dem Zuckerrohr, einer Tropenpflanze aus der Familie der Gräser, gewonnen. Wohl hatte der deutsche Chemiker A.S. Markgraf (1709-1782) schon 1747 den Zuckergehalt der Runkelrübe nachgewiesen, doch wurde diese Entdeckung erst durch seinen Schüler Achard verwertet, der die erste Fabrik für die Zuckergewinnung aus der Rübe in Schlesien gründete. Daraufhin entstanden, begünstigt durch die von Napoleon gegen das britische Inselreich verfügte Kontinentalsperre, zuckerindustrielle Unternehmungen in Deutschland, Böhmen und besonders in Frankreich.

Nach einem Bericht der „Brünner Zeitung“ vom 21. März 1836, Nr. 81, S. 371 war die erste Fabrik zur Erzeugung von Zucker aus Runkelrüben auf mährischen Boden bereits 1829 gegründet worden. Diese beschäftigte ständig 30 Arbeiter und mehrere Frachtfahrer zur Belieferung der Niederlagen in Wien und Iglau, verarbeitete jährlich bis zehntausend Zentner Rohzucker und erzeugte daraus alle Gattungen Raffinade und als Nebenprodukt Sirup und Rum.

Trotz des kurzen Bestandes – sie wurde schon 1852 aufgelassen – ist diese mit dem k.u.k. Fabriksprivilegium ausgezeichneten Zuckerraffinerie von größter Bedeutung geworden, denn hier wurde durch Chr. R. Rad der erste Würfelzucker hergestellt, indem er die bisher in Hutform gefüllte Raffinademasse in Tafelform gießen und die getrockneten Zuckertafeln dann zersägen ließ.

Die so entstandenen, in ihrer Größe gleichen „Würfel“, wurden in Kistchen verpackt und als „Thee-Zucker“ in den Handel gebracht.

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