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Drachen und Rad

Gesammelte Beiträge zur mährischen Geschichte

Hellmuth Kiowsky

Drachen und Rad, das Wahrzeichen von Brünn, stehen hier stellvertretend für Mährens reiche Geschichte, die in diesem Buch ebenso belehrend wie unterhaltend dem Leser nahe gebracht wird. Die einzelnen Kapitel sind lose angereiht und bilden so eine bunte Palette an Informationen, die nicht nur geschichtlich fundiert ist, sondern auch zum Schmunzeln wie zur Besinnlichkeit anregen will. Angesichts der Tatsache, dass es nur noch wenige Zeitzeugen einer deutschen Vergangenheit in Brünn und Mähren gibt, dient das Buch auch der Erinnerung an lange vergangene Zeiten.
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Sonnenwendfest der Brünner in Schöllschitz aus einer früheren Zeit

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Ein tiefes Stück Romantik umwob das Fest der Mitsommer-Sonnwendfeier im Südmährerland. Von allen Höhen, von Morbes, Schöllschitz, Mödritz, dem Peregrin bis zu den Pollauer Bergen und tief ins Österreichische hinein leuchteten durch die Nacht der Sonnwendfeuer die Bergfeuer und kündeten von altem deutschen Brauchtum.

An diesem Tage war halb Brünn in Schöllschitz. Kein politischer Zwang führte hier Stadt und Land, alt und jung zusammen, nur dem Drange und der Stimme des Herzens folgend, alter Sitte gemäß, blieb kein Deutscher fern und Abertausende pilgerten zum Sonnwendfest.

Im Dorf selbst war Hochbetrieb. Die Gemeindeväter, die Turnerschaft, Feuerwehr, Hausfrauen und Mädchen rüsteten zum Empfang der Gäste. Die Häuser wurden bekränzt, Keller und Küche wurden gefüllt, denn die Brünner haben einen ziemlichen Durst und guten Appetit. Die Feuerwehr errichtete einen mehrere Meter hohen Holzstoß. Der Sonntagmorgen begann mit einem „Weckruf“ der Bauernkapelle, die heute einen schweren Tag hatte. Schon kamen die ersten Wandervögel mit Klampfen und Gesang, die Eltern mit den Kindern, eine Schar Studenten; der Zustrom wuchs von Stunde zu Stunde.

Um 2 Uhr formierte sich auf der Mödritzer Straße der endlose Festzug. Turner, Sänger, Radfahrer, Verein um Verein mit Tafeln und Standarten, von Musikkapellen begleitet, bald glich das ganze Dorf einem Ameisenhaufen. An der Spitze des Zuges die schneidige Bauernreiterei. Nun strömten die Massen zur Turnhalle, den mit schattigen Lindenb...

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