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Drachen und Rad

Gesammelte Beiträge zur mährischen Geschichte

Edited By Hellmuth Kiowsky

Drachen und Rad, das Wahrzeichen von Brünn, stehen hier stellvertretend für Mährens reiche Geschichte, die in diesem Buch ebenso belehrend wie unterhaltend dem Leser nahe gebracht wird. Die einzelnen Kapitel sind lose angereiht und bilden so eine bunte Palette an Informationen, die nicht nur geschichtlich fundiert ist, sondern auch zum Schmunzeln wie zur Besinnlichkeit anregen will. Angesichts der Tatsache, dass es nur noch wenige Zeitzeugen einer deutschen Vergangenheit in Brünn und Mähren gibt, dient das Buch auch der Erinnerung an lange vergangene Zeiten.
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Ein Hetz-Theater in Brünn im Jahre 1785

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Der Geschmack der alten Römer an blutigen Tierhetzen und das spezielle Wohlgefallen der Spanier an grausamen Stierkämpfen ist allgemein bekannt. Verhältnismäßig wenige aber haben davon Kenntnis, dass im 17. und 18. Jahrhundert in Deutschland und in Österreich in besonderen Hetzgebäuden wilde Tiere mit Hunden zum Vergnügen der Zuschauer gehetzt wurden. Zu den größten Theatern dieser Art gehörte das Objekt in Berlin. Das erste Hetztheater in Wien bestand seit 1710 und zwar auf der Leopoldstadt (2. Bezirk) auf der sogenannten Heide. Es war ein rohes, hölzernes Rundhaus, in dem an gewissen Tagen Raubtiere gegeneinander kämpften. Später wurde der Schauplatz dieser Volksbelustigung in das Haus zum schwarzen Adler (Taborstraße) verlegt, in welchem die Hetze der wilden Tiere durch große Hunde begann und riesigen Zuspruch fand.

Im Jahre 1755 wurde das großartige, 3000 Personen fassende Amphitheater in der Weißgerber-Vorstadt (1030) erbaut, wo sich die Wiener an der Hetze nicht genug sattsehen konnten. Die Vorstellungen fanden nur während der besseren Jahreszeiten, und zwar in der Regel an Sonn-und Feiertagen zwischen 3 und 5 Uhr nachmittags statt.

Folgende Tiere standen zur Verfügung: Ein Löwe, zwei Tiger, zehn Bären, sechs Wölfe, vier Wildschweine, vier Stiere, zwei Hirsche, einige Füchse, Dachse, Luchse und mehr als 70 große Hunde. Außerdem wurden bei jeder Vorstellung, wie uns der Kulturhistoriker Friedrich August Schimmer berichtet, zwei frische Ochsen von den Wiener Fleischhackern...

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