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Drachen und Rad

Gesammelte Beiträge zur mährischen Geschichte

Edited By Hellmuth Kiowsky

Drachen und Rad, das Wahrzeichen von Brünn, stehen hier stellvertretend für Mährens reiche Geschichte, die in diesem Buch ebenso belehrend wie unterhaltend dem Leser nahe gebracht wird. Die einzelnen Kapitel sind lose angereiht und bilden so eine bunte Palette an Informationen, die nicht nur geschichtlich fundiert ist, sondern auch zum Schmunzeln wie zur Besinnlichkeit anregen will. Angesichts der Tatsache, dass es nur noch wenige Zeitzeugen einer deutschen Vergangenheit in Brünn und Mähren gibt, dient das Buch auch der Erinnerung an lange vergangene Zeiten.
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Unterwegs in der Sprachinsel Maxdorf

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Unsere Fahrt geht in das kleinste Dorf der einstigen Sprachinsel, nach Maxdorf, östlich von Turas, im Süden Brünns. Weithin sichtbar sind die Doppeltürme der Turaser Wallfahrtskirche mit ihrer breiten Fassade. Seit der Gründung von Turas sind mehr als 900 Jahre vergangen und es ist wohl neben Welehrad der älteste Wallfahrtsort in Mähren.

Einst war Turas das Ziel von Pilgern aus den deutschen wie auch tschechischen Dörfern der Umgebung. Sie alle kamen hierher, um vor dem Berühmten Gnadenbild der „Muttergottes in den Dornen“ ihre Andacht zu verrichten und um Hilfe in der Not zu erbitten. Aber nicht nur andächtige Frömmigkeit erfüllte die Walfahrer. Auf dem geräumigen Kirchplatz herrschte frohes Treiben.

Tschechische und deutsche Bäuerinnen zeigten sich in ihren prächtigsten Festtagstrachten. In den Holzbuden wurden Süßigkeiten wie der beliebte türkische Honig und Lebzeltherzen in allen Größen angeboten. Musikkapellen, die aus den verschiedenen Dörfern mit den Pilgern gekommen waren und deren fromme Gesänge auf dem Weg hierher begleitet hatten, spielten bis in die Morgenstunden in den Turaser Wirtshäusern zum Tanz auf.

Einem Gebäude auf dem Turaser Platz wollen wir unsere besondere Aufmerksamkeit schenken. Ursprünglich diente der Bau als Residenz der Jesuiten, die der Olmützer Bischof Karl von Liechtenstein zur Hebung des Wallfahrtsortes hier 1672 eingeführt hatte. Sie wirkten in Turas bis zur Auflösung des Ordens, also fast 100 Jahre, bis der...

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