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Drachen und Rad

Gesammelte Beiträge zur mährischen Geschichte

Hellmuth Kiowsky

Drachen und Rad, das Wahrzeichen von Brünn, stehen hier stellvertretend für Mährens reiche Geschichte, die in diesem Buch ebenso belehrend wie unterhaltend dem Leser nahe gebracht wird. Die einzelnen Kapitel sind lose angereiht und bilden so eine bunte Palette an Informationen, die nicht nur geschichtlich fundiert ist, sondern auch zum Schmunzeln wie zur Besinnlichkeit anregen will. Angesichts der Tatsache, dass es nur noch wenige Zeitzeugen einer deutschen Vergangenheit in Brünn und Mähren gibt, dient das Buch auch der Erinnerung an lange vergangene Zeiten.
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Das Protektorat Brünn nach 1939

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Nach meiner Wiederkehr nach Brünn im Jahre 1939 hatte sich außer der politischen Lage nicht viel verändert. Der liebe Großvater hatte eine bessere Wohnung in der Bindergasse erhalten, nachdem er seit „Urzeiten“ in der Spinnergasse 3 sich mit mittelalterlichen Wohnverhältnissen, siehe cp. „Wiedersehen nach 33 Jahren‘, abfinden musste. Die Idee des Nationalsozialismus hatte, außer bei einigen Heißspornen, nur in wenigen Köpfen Platz ergriffen. Man liebte die mährisch-österreichische Geruhsamkeit, obwohl man politisch auf der Seite Deutschlands stand.

Die Leichtigkeit des Lebens und die Symbiose der Bevölkerung verschafften der Stadt ein gewisses Flair. Die jüdische Bevölkerung war von dem folgenden Pogrom noch verschont. Gegen die Juden bestand kein Hass oder Affront, erst die eingewanderten Reichsdeutschen und natürlich auch Anhänger des Rebellen Konrad Henleins sorgten für Mobbing und Unruhe.

Henlein, in Maffersdorf bei Reichenberg geboren, war Fürsprecher der Sudetendeutschen und Gründer der „Sudetendeutschen Heimatfront“, welche 1935 in die von Deutschland finanzierte „Sudetendeutsche Partei“ umbenannt wurde, nachdem die NSDAP in der Tschechoslowakei verboten worden war.

Er verkündete, seine Partei wünsche nichts sehnlicher „als die Einverleibung der sudetendeutschen Gebiete, ja sogar Böhmens, Mährens und Schlesiens in das Reich“.15

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