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Aktuelle Tendenzen in der Gegenwartsgermanistik

Symposium ungarischer Nachwuchsgermanisten

Series:

Tamás Kispál and Judit Szabó

Seit den 1990er-Jahren werden regelmäßig Tagungen für junge Germanisten unter der Schirmherrschaft der Gesellschaft ungarischer Germanisten organisiert. Der Band umfasst ausgewählte Aufsätze der ReferentInnen der Tagung von Nachwuchswissenschaftlern aus dem Jahr 2013. Die Veranstaltung mit dem Titel Aktuelle Tendenzen in der Gegenwartsgermanistik fand an der Universität Szeged statt. Die sprachwissenschaftlichen Beiträge behandeln grammatische, metaphorische und aktuelle lexikologische Fragestellungen. Bei den literaturwissenschaftlichen Beiträgen liegt der Schwerpunkt auf Gattungstheorie, Narratologie, Ideologie und Kultur.
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Topik und Diskurstopik als Mittel der Perspektivierung im Deutschen und im Ungarischen: Bernadett Modrián-Horváth

1Perspektive in der Sprache und in der Informationsstruktur

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Bernadett Modrián-HorváthBudapest

Topik und Diskurstopik als Mittel der Perspektivierung im Deutschen und im Ungarischen1

Die Perspektive, allgemein als „Betrachtungsweise od[er] -möglichkeit von einem Standpunkt aus; Sicht, Blickwinkel“ verstanden (s. Duden 2001: 1198), ist ein immer häufiger verwendeter Begriff in der Linguistik. Seit der Erscheinung der funktionalen Ansätze in der Sprachwissenschaft zählt die perspektivische Natur der Sprache zum Gemeinwissen, auch wenn der „Perspektiviertheit sprachlicher Strukturen“ (Welke 2005) noch nicht auf jeder Ebene Rechnung getragen werden konnte. Bezüglich der Informationsstruktur gibt es auch einige Ansätze, die diese ausdrücklich als eine Erscheinung der Perspektiviertheit betrachten (Dürscheid 1999, Köller 2004, Welke 1993, 2005). Ein (von Starostá stammendes) Paradebeispiel hierfür wird u.a. in Welke (1993: 71f.) und Dürscheid (2012: 182) angeführt (hier adaptiert): Obwohl die Sätze Die Post ist neben der Sparkasse und Die Sparkasse ist neben der Post die gleichen Wahrheitsbedingungen haben, würde man die Frage Wo ist die Sparkasse? wohl kaum mit dem ersten Satz beantworten. Der Unterschied zwischen den ersten beiden Sätzen besteht in dem Ausgangspunkt der Sachverhaltsdarstellung; dieser Ausgangspunkt wird in dem Dialog von der Frage festgelegt und durch die Thema-Rhema-Struktur (Informationsstruktur) zum Ausdruck gebracht.

Das Ziel der informationsstrukturellen Untersuchungen ist allerdings nicht nur die Beschreibung einzelner Sätze/Äußerungen, sondern auch die Analysierbarkeit von realen Texten (wie etwa in Textkorpora), also die Möglichkeit empirischer Untersuchungen. Zahlreiche Modelle haben versucht, die Informationsstruktur, die bekanntlich auch...

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