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Aktuelle Tendenzen in der Gegenwartsgermanistik

Symposium ungarischer Nachwuchsgermanisten

Series:

Tamás Kispál and Judit Szabó

Seit den 1990er-Jahren werden regelmäßig Tagungen für junge Germanisten unter der Schirmherrschaft der Gesellschaft ungarischer Germanisten organisiert. Der Band umfasst ausgewählte Aufsätze der ReferentInnen der Tagung von Nachwuchswissenschaftlern aus dem Jahr 2013. Die Veranstaltung mit dem Titel Aktuelle Tendenzen in der Gegenwartsgermanistik fand an der Universität Szeged statt. Die sprachwissenschaftlichen Beiträge behandeln grammatische, metaphorische und aktuelle lexikologische Fragestellungen. Bei den literaturwissenschaftlichen Beiträgen liegt der Schwerpunkt auf Gattungstheorie, Narratologie, Ideologie und Kultur.
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Rauminszenierung in Joseph Viktor von Scheffels Roman Ekkehard: Olga Surinás

Literatur

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Olga SurinásSzeged

Rauminszenierung in Joseph Viktor von Scheffels Roman Ekkehard

„…der zugleich als Historiker im Einzelnen immer nur den Teil eines großen Ganzen sieht”(Scheffels Brief an Wilhelm Meyer-Ott vom 30.11.1854, in: Klinke 1947: 109)

Über Joseph Viktor von Scheffel hört man oft unglaubliche, legendäre Geschichten: Im Scheffel-Jahrbuch 1903 steht die erstaunliche Angabe, dass von der damaligen deutschen Bevölkerung jede hundertste Person ein Buch von ihm besaß (Pach 1903: 119), oder dass er den Stoff seines berühmten Romans Ekkehard ursprünglich in der Form einer rechtswissenschaftlichen Habilitationsschrift (eines Vergleichs des altalemannischen Volksrechts mit den Rechtsanschauungen schwäbischer Klöster) (Proelß 1887: 289) gestalten wollte. Seine Hauptquelle war die vom Stiftsbibliothekar Ildefons von Arx 1829 herausgegebene Klosterchronik Casus Sancti Galli (vgl. Rupp 2003: 121), aber er kannte sich in den Sagen und Legenden der Gegend auch bestens aus (vgl. Rupp 2003: 121), und beobachtete auch weitere Felder, wie z. B. die dialektalischen Besonderheiten des Bodenseeraums (vgl. Wunderlich 2003: 78).

Die 1855 erschienene Geschichte spielt in dieser Gegend im 10. Jahrhundert, wie es auch im Untertitel angekündigt ist. Die Hauptprotagonistin, die verwitwete Fürstin Hadwig lädt den St. Gallener Mönch Ekkehard zu ihrem Hof nach Hohentwiel ein, um auf Lateinisch gelehrt zu werden. In den Helden erwacht – allerdings mit einer gewissen Zeitverschiebung – platonische Liebe gegeneinander, währenddessen sich die Leser durch Episoden, wie der Ungarneinfall, Der Alte in der Heidenhöhle (Legende über Karl den...

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