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Aktuelle Tendenzen in der Gegenwartsgermanistik

Symposium ungarischer Nachwuchsgermanisten

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Edited By Tamás Kispál and Judit Szabó

Seit den 1990er-Jahren werden regelmäßig Tagungen für junge Germanisten unter der Schirmherrschaft der Gesellschaft ungarischer Germanisten organisiert. Der Band umfasst ausgewählte Aufsätze der ReferentInnen der Tagung von Nachwuchswissenschaftlern aus dem Jahr 2013. Die Veranstaltung mit dem Titel Aktuelle Tendenzen in der Gegenwartsgermanistik fand an der Universität Szeged statt. Die sprachwissenschaftlichen Beiträge behandeln grammatische, metaphorische und aktuelle lexikologische Fragestellungen. Bei den literaturwissenschaftlichen Beiträgen liegt der Schwerpunkt auf Gattungstheorie, Narratologie, Ideologie und Kultur.
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Der Gleichmut der Natur. Eine dichtungstheoretische Parallele bei Rainer Maria Rilke und Raoul Schrott: Anna Zsellér

1Rilkes Schweizer Naturdichtung oder der unentrinnbare Todesgleichmut

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Anna ZsellérBudapest

Der Gleichmut der Natur

Eine dichtungstheoretische Parallele bei Rainer Maria Rilke und Raoul Schrott

Die folgenden Ausführungen stehen im Zusammenhang einer größeren wissenschaftlichen Arbeit, die dichtungstheoretische Parallele im Lebenswerk der beiden österreichischen Autoren ausarbeitet und darstellt. Der Gleichmut der Natur und die kosmische ‚sympatheia‘ der Natur erscheinen in den Briefen, in den reflexiven Texten, in den ‚ars poetischen‘ und in den immanent poetischen (poetologischen) Gedichten der beiden Dichter als zwei Extreme des dichterischen Naturbezugs. Diese zwei logischen Endpunkte bilden sich in den Rahmen des dichterischen Denkens in verschiedenen Stadien der beiden Lebenswerke aus, aber sie nehmen bei keinem der zwei Dichter die Form eines logischen Widerspruchs an. Vielmehr sind sie Beweise dafür, dass der Naturbezug einen existenziellen Problemkomplex darstellt, innerhalb dessen alle möglichen Variationen des ästhetischen Naturbezugs sowohl im Werk Rilkes, wie auch im Werk Raoul Schrotts durchgespielt werden. Im vorliegenden Aufsatz wird der erste Aspekt, die gleichmütige Natur im Zusammenhang der spätesten Lyrik Rilkes und des Gedichtbandes Tropen (Schrott 1998) von Raoul Schrott erörtert.

Ob die Entwicklungsbedingungen von Rilkes deutsch-französischer Lyrik aus der Walliser Zeit wirklich „die Entdeckung Paul Valérys, die Schaffenskrise nach dem Abschluss der Duineser Elegien und der Sonette an Orpheus, der Wunsch vor dem Schrecken der sich immer deutlicher manifestierenden Krankheit nach einer Verjüngung, um nicht zu sagen Gesundung durch den Gebrauch einer neuen dichterischen Sprache“ (Luck 2005: 57) sind, wie der Übersetzer der gesamten...

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