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Aktuelle Tendenzen in der Gegenwartsgermanistik

Symposium ungarischer Nachwuchsgermanisten

Series:

Tamás Kispál and Judit Szabó

Seit den 1990er-Jahren werden regelmäßig Tagungen für junge Germanisten unter der Schirmherrschaft der Gesellschaft ungarischer Germanisten organisiert. Der Band umfasst ausgewählte Aufsätze der ReferentInnen der Tagung von Nachwuchswissenschaftlern aus dem Jahr 2013. Die Veranstaltung mit dem Titel Aktuelle Tendenzen in der Gegenwartsgermanistik fand an der Universität Szeged statt. Die sprachwissenschaftlichen Beiträge behandeln grammatische, metaphorische und aktuelle lexikologische Fragestellungen. Bei den literaturwissenschaftlichen Beiträgen liegt der Schwerpunkt auf Gattungstheorie, Narratologie, Ideologie und Kultur.
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Medeas Erlösung? Überlegungen zu Christa Wolfs Medea. Stimmen: Marcell Grunda

Literatur

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Marcell GrundaDebrecen

Medeas Erlösung?

Überlegungen zu Christa Wolfs Medea. Stimmen

Im Laufe der wissenschaftlichen Diskussion um den Roman Medea. Stimmen von Christa Wolf (1996) sind zahlreiche Beiträge veröffentlicht worden. Die manchmal heftigen Debatten über die Art und Weise der Bearbeitung des Medea-Stoffes sind wegen der mannigfaltigen Interpretationsmöglichkeiten des Textes zustande gekommen. Dank Büchern wie Marianne Hochgeschurz' Christa Wolfs Medea – Voraussetzungen zu einem Text oder Christa Wolfs Voraussetzungen einer Erzählung: Kassandra bietet sich die Möglichkeit, mehr über die Entstehungsgeschichte des Romans und die ursprüngliche Intention der Autorin zu erfahren. Wolf äußert sich unter anderem über die Aufgabe und die Rolle der Literatur: „Die Ästhetik, sage ich, ist, wie Philosophie und Wissenschaft […] zu dem Zweck erfunden, sich die Wirklichkeit vom Leib zu halten, sich vor ihr zu schützen, wie zu dem Ziel, der Wirklichkeit näher zu kommen.“ (Wolf 2008a: 150) Diese Wirklichkeit und auch die Wahrheiten, die die Autoren, Künstler vermitteln wollen, seien aber immer subjektiv. Nach ihrer Meinung sei jede Form künstlerischer Aussage der „Selektion“ (Wolf 1987a: 926) unterworfen. Was man aber für „wahr“ hält, schließt andere „Wahrheiten“ aus. So wird Literatur für Christa Wolf zu einem Vermittlungsmittel für Vertreter bestimmter Gesellschaftsschichten, das jede alternative Denkweise übertönt (Wolf 1987a: 926). Diese Gedanken gelten als mögliche Antwort auf die Frage, warum Christa Wolf „das Recht“ hatte, an einem Mythos, der seit Euripides zahlreiche Bearbeitungen erlebt hatte,...

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