Show Less
Restricted access

Aktuelle Tendenzen in der Gegenwartsgermanistik

Symposium ungarischer Nachwuchsgermanisten

Series:

Tamás Kispál and Judit Szabó

Seit den 1990er-Jahren werden regelmäßig Tagungen für junge Germanisten unter der Schirmherrschaft der Gesellschaft ungarischer Germanisten organisiert. Der Band umfasst ausgewählte Aufsätze der ReferentInnen der Tagung von Nachwuchswissenschaftlern aus dem Jahr 2013. Die Veranstaltung mit dem Titel Aktuelle Tendenzen in der Gegenwartsgermanistik fand an der Universität Szeged statt. Die sprachwissenschaftlichen Beiträge behandeln grammatische, metaphorische und aktuelle lexikologische Fragestellungen. Bei den literaturwissenschaftlichen Beiträgen liegt der Schwerpunkt auf Gattungstheorie, Narratologie, Ideologie und Kultur.
Show Summary Details
Restricted access

Repräsentationen der ostmitteleuropäischen Wende und der deutschen Wiedervereinigung in ungarischen Schulbüchern: Sándor Trippó

1Wende-Erfahrung aus heutiger Sicht

Extract

Sándor TrippóDebrecen

Repräsentationen der ostmitteleuropäischen Wende und der deutschen Wiedervereinigung in ungarischen Schulbüchern

Im Vorwort des 2010 veröffentlichten Sammelbandes Die Ostdeutschen in den Medien, der sich mit der diskursiven Konstruktion der Ostdeutschen in westdeutschen und österreichischen Medien auseinandersetzt, stellt der Historiker Wolfgang Schmale fest, dass seit dem Umbruch von 1989–1990 inzwischen eine neue Generation herangewachsen sei. Deswegen „[…] [bedeutet] für zunehmend mehr Menschen die deutsche Teilung eine Erzählung von etwas nicht selbst oder kaum bewusst Erlebtem.” (Ahbe 2010: 7). Diese Beobachtung fasst kurz und bündig zusammen, was in den letzten Jahren zu einer Neuorientierung geschichts- und kulturwissenschaftlicher, sowie soziologischer Fragestellungen führte: Während kurz nach der Wende und auch in den späten 90er Jahren vorwiegend die öffentliche Konfrontation mit den Erfahrungen der Vor- und frühen Nachwendezeit (wie Bespitzelung, soziale Unstabilität, kollektive Identitätskrise) im Brennpunkt von Diskussionen standen, scheinen heute eher Fragen nach Konstruktion und Tradierung von Erinnerungen an diese Epoche in den Vordergrund wissenschaftlicher Debatten gerückt worden zu sein.

Dass nicht nur literarische und filmische Erzählungen sowie Ausstellungen, sondern auch Schulbücher eine zentrale Rolle dabei spielen, wie sich die Vorwendezeit und die Wende ins kollektive Gedächtnis fortpflanzen, wird in den verstrichenen Jahren in Deutschland immer öfters betont. Nach historiografischen Auseinandersetzungen über die Perspektivierung ostdeutscher Geschichte hat Anfang der 2000er Jahre die Bundesstiftung für Aufarbeitung der SED-Diktatur zahlreiche Studien veröffentlicht, welche die Darstellungen der j...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.