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Satzmodusmarkierung im europäischen Sprachvergleich

Interrogativsätze im Deutschen und im Ungarischen mit einem typologischen Ausblick auf andere europäische Sprachen

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Attila Péteri

In seiner stark überarbeiteten und ergänzten Habilitationsschrift vergleicht der Autor die Markierung der Interrogativsätze im Deutschen und im Ungarischen vor dem Hintergrund weiterer sieben europäischer Sprachen. Diese sind Latein, Englisch, Italienisch, Russisch, Finnisch, Türkisch und Albanisch. Das oberflächensyntaktische und kontrastiv-deskriptive Verfahren basiert auf umfangreichen empirischen Korpusuntersuchungen. Berücksichtigt werden vor allem Wortstellungsstrukturen, Partikelgebrauch, Interrogativphrasen, Questiontags, intonatorisch-prosodische Merkmale sowie deren Kombinationen.
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2 Interrogativsätze in ausgewählten europäischen Sprachen. Ein „eurotypologischer“ Überblick

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2.1 Die Rolle des „eurotypologischen Überblicks“ für den deutsch-ungarischen Vergleich

In der vorliegenden Arbeit werden die den Untersuchungsgegenstand bildenden deutschen und ungarischen Strukturen vor einem möglichst umfangreichen sprachtypologischen Hintergrund beschrieben.28 Die untersuchten Sprachen stellen unter dem Aspekt der Interrogativsätze eine Art typologischen Querschnitts der europäischen Sprachen dar.

Die hier berücksichtigten Sprachen werden natürlich nicht in der gleichen Tiefe untersucht wie das Deutsche oder das Ungarische. Die Quellen für die Untersuchung dieser Sprachen sind vor allem einschlägige Beschreibungen, Grammatiken, manchmal auch Lehrwerke. Das Herangehen ist also im Falle dieser Sprachen reduktionistisch. Als Germanist habe ich nicht das ganze Variationsspektrum dieser Sprachen berücksichtigt, sondern prototypische Realisierungsmuster mit den deutschen und ungarischen Satztypen kontrastiert. Die erwähnten Quellen können zwar hinsichtlich der Authentizität eventuell Probleme aufweisen, hinsichtlich des für mich wesentlich relevanteren Aspekts der Prototypizität sind sie jedoch zuverlässig genug (vgl. auch Péteri 2013a).

Das Latein ist aus unserem Aspekt insofern von besonderem Belang, als seine historische Entwicklung einen starken Einfluss auf die Entwicklung der meisten europäischen Sprachen ausübte. Dabei habe ich – soweit dies im Rahmen der vorliegenden Arbeit möglich war – nicht nur das sog. klassische Latein, d.h. die Literatursprache des Römischen Reichs von etwa 50 v. Chr. bis etwa 200 n. Chr. (vgl. de Vaan 2008), sondern auch das Sprechlatein oder Vulgärlatein (vgl. Haarmann 2003:339) berücksichtigt. Das Englische ist als germanische Sprache...

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