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Satzmodusmarkierung im europäischen Sprachvergleich

Interrogativsätze im Deutschen und im Ungarischen mit einem typologischen Ausblick auf andere europäische Sprachen

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Attila Péteri

In seiner stark überarbeiteten und ergänzten Habilitationsschrift vergleicht der Autor die Markierung der Interrogativsätze im Deutschen und im Ungarischen vor dem Hintergrund weiterer sieben europäischer Sprachen. Diese sind Latein, Englisch, Italienisch, Russisch, Finnisch, Türkisch und Albanisch. Das oberflächensyntaktische und kontrastiv-deskriptive Verfahren basiert auf umfangreichen empirischen Korpusuntersuchungen. Berücksichtigt werden vor allem Wortstellungsstrukturen, Partikelgebrauch, Interrogativphrasen, Questiontags, intonatorisch-prosodische Merkmale sowie deren Kombinationen.
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5. Zusammenfassung und Ausblick

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5.1 Der Entscheidungsinterrogativsatz

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass der ENTI in den meisten untersuchten Sprachen, genau in sechs von den neun mit Interrogativpartikeln (bzw. –suffixen) markiert werden kann. Die lexikogrammatischen ENTI-Merkmale verhalten sich sehr vielfältig: sie können obligatorisch (im Türkischen und im Finnischen) und optional (im Lateinischen, Albanischen, Russischen und Ungarischen) sein. Sie können den Interrogativsatz allein markieren (Finnisch, Ungarisch, Albanisch) oder gemeinsam mit der interrogativen Intonation (Türkisch und Russisch). Ferner können auch Modalpartikeln in Interrogativsätzen auftreten.

Im Deutschen können ENTI mit question tags markiert werden, wobei diese in erster Linie in Übergangstypen vorkommen. Auch Modalpartikeln tragen zur ENTI-Markierung bei. Die deutsche ENTI-Markierung basiert jedoch in erster Linie auf der syntaktischen Struktur. Im Ungarischen hingegen ist die lexikogrammatische Markierung primär gegenüber der Syntax.

Die Reihenfolge wird – auch wenn sie unterschiedlich stark grammatisch determiniert ist – deutlich durch die Fokussierungen beeinflusst. In den Sprachen, die über eine Interrogativpartikel verfügen, steht bei unmarkierter Abfolge entweder die Interrogativpartikel selbst (Albanisch) oder die mit ihr kombinierte Konstituente am Satzanfang (Finnisch, Russisch, Lateinisch) bis auf das Türkische und das Ungarische. Im Türkischen besetzt diese Konstituente die vorletzte Fokusstelle im Satz, im Ungarischen wird die Partikel mit wenigen Ausnahmen ans Finitum klitisiert. Ferner ist es auch häufig, dass ENTI mit oder ohne Interrogativpartikel unterschiedliche Satztypen aufweisen, anderen Stellungsregularitäten unterworfen oder mit anderen Intonationstypen kombiniert sind und auch unterschiedliche semantisch-pragmatische Funktionen ausdrücken k...

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