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Bundesdeutsches Wortgut in der österreichischen Pressesprache

Von «Abitur» bis «Zicken-Zoff»

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Inés Pichler

Die Autorin untersucht die Einflüsse der bundesdeutschen Sprache auf die österreichische (Presse-)Sprache. Sie zeigt, welche Funktionen bundesdeutsches Wortgut im österreichischen Deutsch erfüllt und wie aus der produktiven Verwendung bundesdeutscher Elemente neue Ausdrucksmöglichkeiten entstehen. Das Buch stützt sich auf die erste groß angelegte korpuslinguistische Untersuchung zu diesem Thema und ergänzt die Forschung zum Verhältnis österreichisches/bundesdeutsches Deutsch um eine weitere Facette. Damit dient es auch als Grundlage für weitere Studien.
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4 Pressesprache

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In diesem Kapitel werden die für die vorliegende Arbeit relevanten Aspekte der Pressesprache beleuchtet. Zuerst geht es um die Frage, warum sich die Pressesprache als Untersuchungsgegenstand für lexikalische Fragestellungen eignet.

Anschließend sollen die strukturellen Merkmale erörtert werden: Welche Darstellungsformen gibt es? Wie gestalten sich intertextuelle und intratextuelle Zusammenhänge?

Schließlich wird das österreichische Pressewesen unter die Lupe genommen: Wie sieht die Medienlandschaft in Österreich aus? Welche Besonderheiten weist die österreichische Pressesprache auf?

4.1 Die Pressesprache als Untersuchungsgegenstand

In der modernen empirischen Variationsforschung hat sich die Pressesprache als Untersuchungsgegenstand Nummer eins positioniert. Viele Untersuchungen der parole basieren auf dem Sprachmaterial der Pressesprache. Dieses liefert ein deutlicheres Bild des aktuellen Sprachgebrauchs als etwa Literatursprache. Deshalb werden heute in Großprojekten wie etwa im Variantenwörterbuch (2016) Belege auch ausschließlich aus Zeitungskorpora gewonnen (vgl. S. 33).

Die Pressesprache hat vielerlei Aufgaben. Auf funktionaler Ebene muss sie je nach Funktionalstil objektiv informierend, argumentativ überzeugend oder pointiert unterhaltend sein. Klarheit und Unmissverständlichkeit (bzw. funktionalisierte Mehrdeutigkeiten) sind für alle Medientexte wichtig. Modellsprecher und -schreiber, wie Ammon sie nennt107, haben in der Zeitungssprache die Aufgabe, aufgrund von Platznot mit Sprache ökonomisch umzugehen und sie kreativ einzusetzen. Gleichzeitig müssen sie sich an die sprachlichen Vorgaben der Blattlinie halten.

Auch in struktureller Hinsicht sind Pressetexte vielschichtig: Sie bestehen aus mehreren Teilen, die eigene Funktionen zu erfüllen haben und miteinander in Beziehung stehen (siehe Kapitel 4.4...

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