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Transnationale Produktentwicklungsprozesse in multinationalen Unternehmen

Institutionelle, macht- und organisationstheoretische Einflussfaktoren

Sinje Späth

Die Innovationsfähigkeit von multinationalen Unternehmen basiert zunehmend auf der Vernetzung von Niederlassungen in führenden Fertigungsregionen, Wachstumsmärkten und technologischen Clustern. Mitarbeiter nehmen die Dezentralisierung von Entwicklungskompetenzen jedoch eher mit Resignation als Begeisterung hin. Autonomiebestrebungen, heterogene Arbeits- und Wissensstrukturen und verschiedene soziokulturelle Hintergründe führen zu Konflikten zwischen verteilten Managern und Entwicklern. Diese Studie erklärt die institutionellen, macht- und organisationstheoretischen Ursachen hinter Konflikten in Transnationalisierungsprozessen. Drei Fallstudien geben einen spannenden Einblick in die strategische Aushandlung und operative Umsetzung transnationaler Produktentwicklungsprojekte.
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2 Dezentralisierung und Integration von F&E: Empirische Trends und theoretischer Paradigmenwechsel in der Managementforschung

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Unternehmen bringen Innovationen hervor, indem sie verschiedene Wissensbestände innerhalb und außerhalb des Unternehmens neu kombinieren. Dabei kann es sich um Wissen über Produktionsprozesse, Marketingstrategien, Distributionssysteme und technologische Kernkompetenzen handeln (vgl. Rammert 1988: 17; Fagerberg 2005: 5). Wichtige Anstöße für Innovationen kommen jedoch zunehmend nicht mehr aus den traditionellen technologischen Zentren westlicher Industriestaaten, sondern aus dynamischen Wachstumsmärkten und Produktionszentren im Ausland (Brown und Hagel III 2005; Gerybadze 2005; Immelt et al. 2009). MNU2 reagieren auf diese Entwicklung mit einer Dezentralisierung ihrer F&E-Aktivitäten: So ist seit Mitte der 90er Jahre ein rasanter Anstieg in der Anzahl von F&E-Niederlassungen in führenden Märkten, Produktions- aber auch Entwicklungszentren weltweit zu beobachten (Florida 1997; Patel und Vega 1999; Le Bas und Sierra 2002; Ambos 2005; UNCTAD 2005; OECD 2011). Die Fähigkeit zur Vernetzung von F&E-Einheiten in führenden Fertigungsregionen, dynamischen Wachstumsmärkten und technologischen Clustern gilt inzwischen auch als Grundvoraussetzung für die Erzielung innovativer Wettbewerbserfolge (Gerybadze 2005).

Parallel zu dieser Entwicklung hat in der internationalen Managementforschung ein theoretischer Paradigmenwechsel eingesetzt: Während in den frühen Internationalisierungstheorien die Verwertung heimatbasierter Wettbewerbsvorteile als grundsätzliches Motiv für ausländische Direktinvestitionen betrachtete wurde, werden inzwischen kompetenzerweiternde und -verwertende Motive berücksichtigt. Die Organisation der grenzüberschreitenden Unternehmenstätigkeit wird nicht mehr ausschließlich mit Blick auf Effizienz- und Kontrollkriterien diskutiert, sondern die Ermöglichung einer flexiblen Ressourcenintegration ← 9 | 10 → und des wechselseitigen Wissensaustauschs zwischen Unternehmenseinheiten mit differenzierten...

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