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Transkulturelles Lernen

Literarisch-pädagogische Ansätze

Nadjib I. Sadikou

Die gegenwärtige verstärkte Migrationsdynamik sowie die damit einhergehende Diversifizierung der Weltgesellschaft statuieren eines: Unsere Lebenswelten sind so vielfältig wie nie zuvor geworden. In dieser Hinsicht werden Begriffe wie Integration, Inklusion oder Wertewandel besonders insistent gefordert. Aufgrund dessen hat der Diskurs über transkulturelles Lernen nicht nur eine wissenschaftliche Relevanz, sondern vordergründig auch eine gesellschaftspolitische. Das Buch analysiert die Inszenierung transkultureller bzw. transreligiöser Zusammenhänge in literarischen Texten und beleuchtet ihr pädagogisches Potential.
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Einleitung – Worum es geht

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Kaum jemand wird ernsthaft in Frage stellen, dass unsere gegenwärtige Gesellschaft eine Schaubühne von diversen Lebensentwürfen und Wertewelten ist. Im Zuge von Migrationsdynamiken, von globalisierten Finanz- und Warenmärkten und nicht zuletzt von transnationalen Informationsflüssen bzw. Medienstrukturen des 21. Jahrhunderts erleben wir einerseits ein rasantes Ineinanderfließen verschiedener kultureller Zugriffsmodi, eine zusehends geballte Grenzen-Verwischung zwischen dem ‚Eigenen‘ und dem ‚Fremden‘. Andererseits erschüttern und erzürnen uns grausame Bilder von Geiselnahmen, von Terrorakten fundamentalistischer und extremistischer Gruppierungen bzw. ‚Gotteskrieger‘, denen die Vielfalt von Kulturen und Religionen ein Dorn im Auge ist. Die meisten solcher Gruppierungen, wie z. B. die Boko Haram in Nigeria, die Terrormiliz ISIS (Islamischer Staat im Irak und im Syrien) oder die somalische Aš-šabāb-Bewegung, streben nach klaren Verhältnissen, vor allem nach der Etablierung einer Ordnung, die oftmals von der Verabsolutierung einer Ideologie, einer vermeintlichen Identität (religiös, ethnisch, kulturell) geprägt ist. Sie eifern danach, wie der polnisch-britische Soziologe Zygmunt Baumann zeigte, „die Welt in ein Gitter sauberer Kategorien und klar umrissene Einteilungen zu sperren.“2 Diese Sperrung führt zu einem schablonenhaften Weltverständnis und missachtet dabei jene Dynamik, mit der sich das vorliegende Buch beschäftigt: die der Transkulturalität.

In der Forschungslandschaft wurden bereits Konzepte von Transkulturalität, Interreligiosität, von kulturtheoretischen Paradigmen der Kreolisierung, Hybridisierung oder auch der Ähnlichkeit programmatisch gefasst. Allen diesen Ansätzen ist es, mit unterschiedlicher Gewichtung und Akzentsetzung, daran gelegen, Möglichkeiten des Zusammenlebens in Frieden...

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