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Interkulturelle Motivation im Fremdsprachenunterricht

Eine komparative Studie zu Deutsch als Fremdsprache in Polen und den USA

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Maciej Mackiewicz

Das Buch setzt sich mit der Problematik der interkulturellen Motivation unter den polnischen und US-amerikanischen DaF-Lernenden auseinander. Die interkulturelle Motivation ist ein potentieller Teil des Motivationskomplexes, wobei das Wechselspiel zwischen der Eigenkultur und der Kultur des Zielsprachenlandes grundlegend für diese Motivationsart ist. Der Autor geht der Frage nach, inwieweit kulturspezifische Faktoren und unterschiedliche Bezüge zu der Zielsprachenkultur die Motive zum Erlernen von Deutsch als Fremdsprache beeinflussen und wie sie sich auf die interkulturelle Motivation der Deutschlernenden in unterschiedlichen Ausgangskulturen auswirken. Erkenntnisse der Studie können für die Weiterentwicklung von Lehrprogrammen, Lehrwerken und Lehrmethoden nützlich sein und zur Förderung des interkulturellen Ansatzes in der DaF-Didaktik beitragen.
«Diese Untersuchung besticht sowohl vom theoretischen Ansatz als auch von der empirischen Durchführung her. Sie ist so gediegen wie überzeugend und eröffnet eine Vielzahl weiterführender Forschungsperspektiven. Darüber hinaus lassen sich aus ihren Befunden wichtige Anleitungen zur künftigen Verbesserung des DaF-Unterrichts ableiten.»
Prof. Dr. Ulrich Ammon
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5. Zur Geschichte und den kulturellen Hintergründen des DaF-Unterrichts in den USA

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5.  Zur Geschichte und den kulturellen Hintergründen des DaF-Unterrichts in den USA

5.1  Vorbemerkungen

Seit über 200 Jahren kursiert der unsterbliche Mythos, dass Deutsch, unmittelbar nach der Gründung der Vereinigten Staaten von Amerika, beinahe die offizielle Sprache des neu entstandenen Staates geworden wäre (vgl. Stark 2002: 193; Sick 2004; Brunner 2009: 202). Die sagenhafte Geschichte, obgleich sie nicht adäquat mit historischen Fakten umgeht58, erscheint für unsere Erwägungen insofern relevant, als dass sie indirekt die besondere Rolle der deutschen Einwanderer und somit der deutschen Sprache in der Kolonialzeit und lange Jahrzehnte nach der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten belegt. Die große Bedeutung des Deutschen auf dem nordamerikanischen Boden im 18. und 19. Jahrhundert wird nicht zuletzt auch dadurch bestätigt, dass unter zahlreichen deutschen Dialekten auch das „Pennsylvania Dutch“ (Pennsylvaniadeutsch) genannt wird, das bis dato Amische und konservative Mennoniten beherrschen und an die nächsten Generationen weitergeben (vgl. Bausch 1997). Deutsch als Fremdsprache gewann im Laufe der Zeit ebenfalls an Bedeutung und erreichte um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert ihren Höhepunkt, wobei sie die mit Abstand wichtigste Fremdsprache in Oberschulen (High Schools) und an Universitäten wurde (James/ Tschirner 2001: 1424). Das 20. Jahrhundert mit zwei Weltkriegen, in denen Deutschland zum Erzfeind der USA wurde, die gravierenden Veränderungen der geopolitischen Lage in der Welt und die zunehmende Hegemonie des Englischen führten folgerichtig zur dramatischen Senkung ← 157 | 158 → der Deutschlernerzahlen in den USA. Wenn heutzutage...

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