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Imaginationen des Endes

Series:

Aneta Jachimowicz, Alina Kuzborska and Dirk H. Steinhoff

Das Ende als eine anthropologische Kategorie und Anschauungsform prägte schon immer die kulturellen Diskurse. Der Band versammelt Beiträge über die verschiedensten Imaginationen des Endes, begonnen mit den Untergangsvisionen der altorientalischen Welt und der Offenbarung des Johannes über die mittelalterlichen Apokalypsen und messianischen Konzepte bis hin zu den Untergangsvorstellungen der Moderne (etwa vom Ende der Geschichte) und den postapokalyptischen Narrationen. Das Ende wird nur selten als ein absolutes aufgefasst. Zumeist soll es zu einem Neuanfang führen, auch wenn sich dieser als Leere erweisen sollte.
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Das Ende hat nicht stattgefunden. Unendliche Geschichte(n) in Simon Urbans alternate history Plan D

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1. Einführung: Die heile Welt der Diktatur

Wolfgang Beckers Nachwende-Erfolgsfilm Good bye, Lenin! aus dem Jahr 2003 ist mit Bezug auf die Fragestellung medial inszenierter Endnarrationen als eine Versuchsanordnung zur Verhinderung des Endes der DDR zu beschreiben. Beckers Protagonist Alexander Kerner (Daniel Brühl) simuliert darin die DDR nach ihrem Fall. Seine alltagspraktischen und medialen Lebensverlängerungsmaßnahmen des Staatssozialismus versteht er als Schonprogramm für seine aus dem Koma erwachte bettlägerige Mutter. Sie, die kritische Kommunistin Christiane Kerner (Katrin Saß), die den Systemwechsel gleichsam ‚verschlafen‘ hat, soll nach dem Dafürhalten ihres Sohnes – ans Bett gefesselt und so, als Platon’sche Höhlenbewohnerin, nur ein vermitteltes Bild der Realität empfangend – weiter in ihrer „heilen Welt der Diktatur“1 leben.

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