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André Gide – Igor Strawinsky: "Perséphone"

Von der Idee zum vollendeten Werk bei Betrachtung der verschiedenen Denkweisen von Schriftsteller und Komponist

Andrea Hanft

In Perséphone vereinten zu Beginn der 1930er Jahre mit André Gide und Igor Strawinsky zwei der bedeutendsten Kunstschaffenden ihrer Zeit ihr Können. Diese Studie zielt daher – neben der Nachzeichnung der Entstehungsgeschichte – auf eine Gegenüberstellung der unterschiedlichen Charaktere, die Darstellung ihrer gedanklichen Nähe auf verschiedenen Ebenen sowie die Offenlegung der gegenseitigen Einflussnahme von Musik und Dichtung im Denken der Künstler. Wenn auch Théodore Strawinsky der Meinung war, dass die Zusammenarbeit seines Vaters mit Gide es nicht vermochte, zwei Naturen einander näherzubringen, «die ein Abgrund voneinander trennte», muss dennoch festgehalten werden, dass eine Übereinstimmung ihres Denkens in wesentlichen Punkten vorhanden ist.
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Anmerkungen zur Primär- und Sekundärliteratur

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Im Gegensatz zu André Gides Schriften, welche in wissenschaftlich-kritischen Ausgaben vorliegen (auf die sich die vorliegende Arbeit stützt), sind weder die musikalischen Werke Strawinskys in einer wissenschaftlich-kritischen Edition noch die Schriften Chroniques de ma vie und Poétique musicale (welche der Komponist nicht alleine verfasst hat und die noch auf eine vollständige kritische Untersuchung, die die Mitautoren und ihren Einfluss auf Strawinskys Denken mit einbezieht, warten2) in einer dem Rang des Komponisten aus heutiger Sicht angemessenen Weise erschlossen. – Robert Crafts Ausgabe der in den 80er Jahren erschienenen Selected correspondence ist sehr verdienstvoll, jedoch gemessen am heutigen wissenschaftlichen Standard unzureichend und wird von vielen Fachleuten bemängelt. Die in mehreren Sprachen verfassten Briefe (Strawinsky sprach neben russisch auch deutsch, französisch, englisch und ein wenig italienisch) wurden ins Englische übersetzt und lassen nicht nur bezüglich der Übersetzung und Edition Fragen offen. – Die Gespräche, die mit Hilfe von Robert Craft entstanden, scheinen authentisch, jedoch ist hier zum einen Robert Craft als Fragesteller in den Antworten spürbar, zum anderen entstehen neue Fragen dadurch, dass Strawinsky, aufgrund der Jahrzehnte, die oftmals zwischen dem Vergangenen und der Aufzeichnung der Gespräche liegen, sich falsch erinnert. – Auch die überlieferten Interviews mit Strawinsky sind mit Vorsicht zu genießen. Sie können unter Umständen einen Sachverhalt erhellen, stellen aber nicht von vorneherein eine gesicherte Quelle dar. (Es ist bekannt, dass Strawinsky schriftlich vorgefertigte „Interviews“ vorgelegt bekam und diese – vermutlich aus Zeitersparnis – schlicht nur durchlas und genehmigte.) Die vorliegende Arbeit zitiert daher...

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