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Literatur-Erlebnisse zwischen Mittelalter und Gegenwart

Aktuelle didaktische Konzepte und Reflexionen zur Vermittlung deutschsprachiger Texte

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Wernfried Hofmeister and Ylva Schwinghammer

Das Buch vereint 16 fachwissenschaftliche und fachdidaktische Beiträge, die rund um die Aktivitäten des Grazer Projektes Arbeitskoffer zu den Steirischen Literaturpfaden des Mittelalters entstanden sind. Führende Forscherinnen und Forscher äußern sich zur mittelalterlichen, aber auch zur modernen deutschsprachigen Literatur. Dabei ist ihr Blick auf einen möglichst erlebnishaften Zugang in der Praxis gerichtet, sei es in universitären, schulischen, musealen oder anderen Zusammenhängen öffentlicher Literaturvermittlung. Geboten werden vor diesem Hintergrund Best Practice-Beispiele sowie noch zu erprobende methodische Ansätze, die offen sind für experimentelle, sowohl den Vermittler/innen von Literatur als auch ihrem Publikum gleichsam unter die Haut gehende Text-Erfahrungen.
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Ästhetische Erfahrung als Selbstbildung: Ein Plädoyer für die ästhetische Erziehung des lernenden Menschen: Bettina Rabelhofer

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Ästhetische Erfahrung als Selbstbildung

Ein Plädoyer für die ästhetische Erziehung des lernenden Menschen

Bettina Rabelhofer

Um ‚ästhetische‘ Erfahrung soll es hier gehen und um ‚Selbstbildung‘. Das Unterfangen scheint nicht im Lot angesichts der Größe des Wortes ‚Selbstbildung‘ und der verschnörkelten Kleinheit oder auch Feinheit von ‚Ästhetik‘. Wie also die Brücke schlagen? Vielleicht hilft es, eine „Buchstabenflugkundige“ selbst zu Worte kommen zu lassen, wenn es um diese „ungeheuerliche Herausforderung“ geht. Die „Buchstabenflugkundige“ heißt Marianne Fritz und hat an ihren Verleger Folgendes über den dritten Teil ihrer Festungstetralogie, der den Titel „Naturgemäß“ trägt, geschrieben:

Naturgemäß ist also unter anderem auch die Ästhetik des Lesenlernens, eine zweite Alphabetisierungswelle, wenn Sie dies in einem gängigeren Wort aufgelöst haben wollen, könnte man das hier Angedeutete auch Lesenlernen nennen.- Meine Form der Kritik der Kritik ist das gewiß auch, jedoch aufgelöst in einem Kunstwerk, das Schweigen bleibt in diesem, jedoch Lesende werden gewiß sehr gerne Naturgemäß aufnehmen als Fundgrube fürs eigene Selbstverständnis und die Möglichkeiten, dieses Selbstverständnis zu verfeinern. In Naturgemäß wird also jeder, der sich in Diskursen gewandt bewegt, zurückgeworfen in die eigene Kindheit gleichsam und wird mit diesem Zurückgeworfenwerden neu Fragen stellen können, er kann sich selber übersteigen lernen, das bedarf der Erlebnisse, die halt – auch besonders schmerzhaft sein können. […] Das ist, gelinde gesagt, eine ungeheuerliche Herausforderung!1

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