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Lesen und Lesedidaktik aus linguistischer Perspektive

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Edited By Iris Rautenberg and Tilo Reißig

Der Sammelband thematisiert Lesen aus linguistischer Perspektive. Dabei werden die verschiedenen Ebenen der sprachlichen Strukturen einzeln in den Blick genommen. Die Rolle der Morphologie für den Leseprozess wird ebenso diskutiert wie die Funktion syntaktischer Markierungen. Weitere Beiträge geben Einblicke in die Prozessebene des Wortlesens oder thematisieren die Typographie und ihre Bedeutung für den Leseprozess. Das Buch stellt die Ergebnisse aktueller empirischer Forschung mit Lernern der Primar- und Sekundarstufe sowie mit literaten Erwachsenen vor. Alle Beiträge diskutieren die Untersuchungsergebnisse auf der Folie schriftlinguistischer Modellierungen. Dabei werden die didaktischen Implikationen sowie die Relevanz für den schulischen Unterricht stets im Blick behalten.
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Morphologie als Lesehilfe. Eine empirische Untersuchung mit Grundschülern

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Johannes Fix

Morphologie als Lesehilfe Eine empirische Untersuchung mit Grundschülern

1.Einleitung

Lesen stellt eine aktive Tätigkeit des Individuums dar, deren primäres Ziel darin besteht, schriftlich fixierte Informationen zu entschlüsseln, um einem Text bzw. der verschrifteten Sprache Sinn zu entnehmen. In der Antike gilt Lesen als eine Fähigkeit, die hauptsächlich von Kaufleuten in der Verwaltung genutzt wird (cf. Schön 1999: 2). Im Laufe der Jahre entwickelt es sich zu einer kulturellen Fähigkeit. Wie die Ergebnisse der leo. – Level-One Studie zeigen, ist allerdings nicht jeder in der Lage, diese zu beherrschen. Insgesamt 20.8 Millionen der erwerbstätigen 18- bis 64-Jährigen können weder Texte noch gebräuchliche Wörter korrekt lesen und schreiben (cf. Grotlüschen/Riekmann 2011: 2–4). Laut IGLU 2011 verfügen 15.4% der Viertklässler „nicht über ausreichende Lesekompetenzen“ (Tarelli et al. 2012: 13). Die Ergebnisse zeigen, dass der Lese- und Schreiberwerbsprozess für viele Kinder von Beginn an mit Schwierigkeiten verbunden ist.

Der vorliegende Beitrag widmet sich deshalb einem Hilfsmittel, das die Sinnentnahme beim Lesen unterstützt, nämlich der Morphologie als Lesehilfe. Im Rahmen einer empirischen Untersuchung soll exemplarisch an Drittklässlern überprüft werden, inwiefern und ob diese Schüler die Morphologie als ‚Lesehilfe‘ nutzen und welcher Zusammenhang dabei mit deren Leseverständnis besteht.

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