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Lesen und Lesedidaktik aus linguistischer Perspektive

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Iris Rautenberg and Tilo Reißig

Der Sammelband thematisiert Lesen aus linguistischer Perspektive. Dabei werden die verschiedenen Ebenen der sprachlichen Strukturen einzeln in den Blick genommen. Die Rolle der Morphologie für den Leseprozess wird ebenso diskutiert wie die Funktion syntaktischer Markierungen. Weitere Beiträge geben Einblicke in die Prozessebene des Wortlesens oder thematisieren die Typographie und ihre Bedeutung für den Leseprozess. Das Buch stellt die Ergebnisse aktueller empirischer Forschung mit Lernern der Primar- und Sekundarstufe sowie mit literaten Erwachsenen vor. Alle Beiträge diskutieren die Untersuchungsergebnisse auf der Folie schriftlinguistischer Modellierungen. Dabei werden die didaktischen Implikationen sowie die Relevanz für den schulischen Unterricht stets im Blick behalten.
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Syntaktisches Lesen unter besonderer Berücksichtigung der Interpunktion – Theorie, Testkonzeptionen und empirische Befunde

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1.Einleitung

Für einen erfolgreichen Leseprozess genügt es nicht, Geschriebenes (optische Sprachsignale) bloß anzusehen (perzeptuelle Wahrnehmung). Denn Lesen ist kein passives Dekodieren in Schrift gekleideter Gedanken, sondern eine vielschichtige Interpretationsleistung auf Wort-, Satz- und Textebene, bei der der Leser außer Weltwissen sein lexikalisches und strukturelles Sprachwissen einsetzen muss, um zu verstehen, was der Schreiber eines Textes mitteilen will. Im vorliegenden Beitrag werden die traditionell als hierarchieniedrig angesehenen Sprachverarbeitungsprozesse auf Satzebene thematisiert (cf. Christmann/Groeben 2006; Rosebrock/Nix 2010: 16). Im Zentrum stehen die Fragen, was unter syntaktischem Lesen allgemein zu verstehen ist, welche Funktionen die syntaktischen Interpunktionszeichen Punkt, Komma, Semikolon und Doppelpunkt darin einnehmen und wie sich die Fähigkeit, syntaktische Informationen beim Lesen adäquat zu verarbeiten, empirisch messen lässt.

Auf der Grundlage theoretischer Überlegungen und empirischer Befunde kann gezeigt werden, dass syntaktisches Lesen keinesfalls nur eine „basale Lesefertigkeit“ (Auer et al. 2008: 5) ist, sondern dass das Verstehen geschriebener Sätze eine schriftspezifische, kognitiv hochkomplexe Verarbeitungsleistung darstellt.

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