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Nachgelagerte Besteuerung der betrieblichen Altersversorgung

Eine Untersuchung der geltenden Regelungen aus steuersystematischer Sicht

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Nicole Hellberg

Die Besteuerung der Alterssicherung beim Arbeitnehmer orientiert sich seit der grundlegenden Reform durch das Alterseinkünftegesetz an der sogenannten nachgelagerten Besteuerung. Dies gilt grundsätzlich auch für die betriebliche Altersversorgung. Derzeit setzt das Einkommensteuerrecht die nachgelagerte Besteuerung jedoch nicht für alle fünf Durchführungswege der betrieblichen Altersversorgung mit gleicher Konsequenz um. Diese Untersuchung zeigt Wertungswidersprüche im geltenden Recht auf und beschäftigt sich mit der Frage, wie die Regelungen steuersystematisch korrekt ausgestaltet werden können.
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H. Zusammenfassung

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1. Anknüpfend an die verschiedenen Lebensphasen spricht man von einer ­nachgelagerten Besteuerung von Alterseinkünften, wenn und soweit der Arbeitnehmer erst die Leistungen, die er in der Versorgungsphase ausbezahlt erhält, versteuern muss. Bei der vorgelagerten oder „traditionellen“ Besteuerung sind dagegen bereits die Beiträge, die in der Vorsorgephase für die spätere Versorgung angespart werden, aus versteuertem Einkommen zu entrichten; zudem erfolgt regelmäßig eine Besteuerung der mit dem Vorsorgekapital erwirtschafteten Erträge.

2. Eine nachgelagerte Besteuerung kann dadurch bewirkt werden, dass die - aus zugeflossenen Einnahmen stammenden - Vorsorgebeiträge als Werbungskosten geltend gemacht werden können, steuerfrei gestellt werden oder als Sonderausgaben abziehbar sind. Die nachgelagerte Besteuerung kann darauf beruhen, dass es erst dann zu einem Einnahmezufluss kommt, wenn die Versorgungsleistungen an den Berechtigten ausgezahlt werden. Setzt man die nachgelagerte Besteuerung mit einem Aufschub des regulären Besteuerungszeitpunkts gleich, handelt es sich streng genommen nur bei der ersten Fallgruppe um eine nachgelagerte Besteuerung, während in der zweiten Fallgruppe eine reguläre Besteuerung erfolgt. Aus diesem Grund - und um die steuersystematischen Unterschiede bereits begrifflich herauszustellen - sollte bei der ersten Fallgruppe von einer „nachgelagerten Besteuerung im engeren Sinne“ und bei der zweiten Fallgruppe von einer „nachgelagerten Besteuerung im weiteren Sinne“ gesprochen werden.

3. Eng mit der nachgelagerten Besteuerung verknüpft sind die Begriffe der Entgeltumwandlung und Deferred Compensation. Kennzeichen dieser Modelle ist stets eine Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Arbeitsnehmer, wonach zumindest ein Teil der Vergütung (als Gegenleistung für...

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