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Hegel in der Kritik zwischen Schelling und Marx

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Wolfdietrich Schmied-Kowarzik

Dieses Buch thematisiert, auf zentrale Fragestellungen Hegels bezogen, die beiden grundlegendsten Kritiken seines absoluten Idealismus. Hegels Dialektik ist der Versuch, den Geist als das Übergreifende über sich als Denken und sein Anderes, das Sein, zu begreifen. Doch kann der Geist in dieser Dialektik das Sein immer nur als Gegenstand des Denkens fassen, nicht aber als eigenständige Wirklichkeit, der es selbst mit angehört. Dies arbeitet Schelling in seiner Auseinandersetzung mit der Logik seines Jugendfreundes Hegel heraus und expliziert dies insbesondere am Problembereich der Naturphilosophie. Unabhängig davon kommt etwas später Marx zu einer ganz ähnlichen Kritik, die er vor allem an Problemstellungen der Gesellschafts- und Geschichtsphilosophie darlegt.
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3. Ansätze einer materialistischen Kritik der Hegelschen Logik bei Schelling

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Hegels Wissenschaft der Logik ist das umfassende Programm, alle Denkbestimmungen aus dem Prozess des sich seiner Bestimmtheiten bewusst werdenden Denkens selber zu entwickeln. Sie ist darin immanente Kritik der Logik in ihren vorherigen Gestalten; wobei Logik für alle Formen der Bestimmung des Denkens durch das Denken steht, angefangen von der ontologischen Kategorienlehre über die transzendentale Erkenntnistheorie bis zu einer fundamentalphilosophischen Wissenschaftstheorie. Aristoteles wie Kant – um nur die Eckpfeiler der vorhergehenden Entwicklung zu nennen – greifen die Kategorien des Denkens lediglich aus dem vorgängigen Denkvollzug auf, indem sie die Weisen der Bestimmung des Seienden bzw. der bestimmten Urteilsbildung aufführen und differenzieren, ohne diese jedoch aus dem Denkprozess selbst begründen zu können.

Auch die Phänomenologie des Geistes, die sich als Hinleitung zur Wissenschaft der Logik versteht, durchschreitet die Denkbestimmungen, wie sie dem Bewusstsein erscheinen, bis zu dem Punkt, wo das Bewusstsein selber erkennt, dass nicht es die Wahrheit seines Denkens konstituiert, sondern dass es durch die an ihm fortschreitende Dialektik bestimmt ist. Dies einzusehen, heißt für das Bewusstsein – wie Hegel sagt –, sich als subjektives aufzuopfern, um sich durch diese Selbstnegation in das „absolute Wissen“ der philosophischen Wissenschaften zu erheben.46

Die Wissenschaft der Logik beginnt also mit dem „absoluten Wissen“, dem Denken schlechthin, befreit von jeglicher Subjektivität des Denkenden, oder ← 50 | 51 → wie Hegel sagt: „Die reine Wissenschaft setzt somit die Befreiung von dem Gegensatze des Bewußtseins voraus. […] Die Logik ist sonach als das System der reinen Vernunft, als das...

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