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Hegel in der Kritik zwischen Schelling und Marx

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Wolfdietrich Schmied-Kowarzik

Dieses Buch thematisiert, auf zentrale Fragestellungen Hegels bezogen, die beiden grundlegendsten Kritiken seines absoluten Idealismus. Hegels Dialektik ist der Versuch, den Geist als das Übergreifende über sich als Denken und sein Anderes, das Sein, zu begreifen. Doch kann der Geist in dieser Dialektik das Sein immer nur als Gegenstand des Denkens fassen, nicht aber als eigenständige Wirklichkeit, der es selbst mit angehört. Dies arbeitet Schelling in seiner Auseinandersetzung mit der Logik seines Jugendfreundes Hegel heraus und expliziert dies insbesondere am Problembereich der Naturphilosophie. Unabhängig davon kommt etwas später Marx zu einer ganz ähnlichen Kritik, die er vor allem an Problemstellungen der Gesellschafts- und Geschichtsphilosophie darlegt.
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4. Marx und die Aufhebung und Verwirklichung der Philosophie

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Die vom jungen Marx in der Einleitung Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie erhobene Forderung der Aufhebung und Verwirklichung der Philosophie soll im Folgenden im Zusammenhang der Marxschen Hegel-Kritik als eine dialektische Neukonstitution der Philosophie in ihrem Verhältnis zur Praxis dargestellt werden, einer Philosophie, die sich materialistisch in der gesellschaftlichen Praxis fundiert und zugleich als kritisches Moment in die revolutionäre Praxis einbezogen weiß.

Die Forderung nach Aufhebung und Verwirklichung der Philosophie setzt die Konstitution der Philosophie als Philosophie voraus. Dies geschah im Laufe von zweieinhalb Jahrtausenden, in denen sich die Philosophie als Philosophie in fortschreitender Selbstfindung befreite von allen mythologischen und theologischen Bindungen, sich reinigte von allen empirischen und subjektiven Trübungen, sich lossagte von allen fremden Zwecksetzungen; in zunehmender Verselbständigung emanzipierte sie sich zur reinen Erkenntnis der Welt, läuterte sich in reflexiver Selbsterkenntnis, und vollendet sich schließlich, indem sie alles, sich selbst und die Totalität des Wirklichen, aus der alles hervortreibenden und durchwaltenden Vernunft begreift, deren Bewusstwerdung sie selber ist. Zu dieser abschließenden, sich aus und durch sich selbst begreifenden Gestalt hat Hegel die Philosophie geführt. Es ist dies der absolute Anspruch der Philosophie, die Wirklichkeit in der Totalität ihrer hervorgebrachten Gestaltungen nachvollziehend begreifen zu können und damit die Vernunft selber in ihrem Selbstbewusstsein zu sein. So wie Hegel am Ende der Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften sagt: „Dieser Begriff der Philosophie ist die sich denkende Idee, die wissende Wahrheit“ (Hegel 10, 393) Sie „ist die Idee der...

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