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Hegel in der Kritik zwischen Schelling und Marx

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Wolfdietrich Schmied-Kowarzik

Dieses Buch thematisiert, auf zentrale Fragestellungen Hegels bezogen, die beiden grundlegendsten Kritiken seines absoluten Idealismus. Hegels Dialektik ist der Versuch, den Geist als das Übergreifende über sich als Denken und sein Anderes, das Sein, zu begreifen. Doch kann der Geist in dieser Dialektik das Sein immer nur als Gegenstand des Denkens fassen, nicht aber als eigenständige Wirklichkeit, der es selbst mit angehört. Dies arbeitet Schelling in seiner Auseinandersetzung mit der Logik seines Jugendfreundes Hegel heraus und expliziert dies insbesondere am Problembereich der Naturphilosophie. Unabhängig davon kommt etwas später Marx zu einer ganz ähnlichen Kritik, die er vor allem an Problemstellungen der Gesellschafts- und Geschichtsphilosophie darlegt.
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5. Hegels Weg zur Dialektik des Geistes

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Zur abschließenden Gestalt seiner Dialektik des Geistes, wie sie seit 1817 in der Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften vorliegt und wie sie in den Vorlesungen weiter ausbaut wurde, ist Hegel in den ersten Jahrzehnten seines Schaffens nur schrittweise vorgedrungen.

Von ihrer ursprünglichen Herkunft her erwächst ihm das Motiv der Dialektik des Geistes aus der Theologie. Gegen eine historisch eingesetzte „positive Religion“, geht es Hegel in den ersten drei Hauslehrerjahren in Bern (1793-96) um eine religionsgeschichtliche Vergegenwärtigung des lebendigen Geistes des Christentums. Diese Versuche setzt Hegel in den ersten Frankfurter Entwürfen über Religion und Liebe von 1797/98 – unter deutlichem Einfluss seines Freundes Hölderlin60 – mit stärkerem philosophischem Akzent fort. Er betont hier die unverzichtbare Funktion des Glaubens für die Fundierung aller Erkenntnis, denn alle Verbindung des Denkens zum Sein gründet auf Glauben: „Glauben ist die Art, wie das Vereinigte, wodurch eine Antinomie vereinigt ist, in unserer Vorstellung vorhanden ist. […] Vereinigung und Sein sind gleichbedeutend; in jedem Satz drückt das Bindewort ‚ist‘ die Vereinigung des Subjekts und Prädikats aus – ein Sein; Sein kann nur geglaubt werden; Glauben setzt ein Sein voraus“. (Hegel 1, 250 f.)

Zwei Jahre später im sog. Systemfragment von 1800, dem letzten Manuskript vor Hegels Umzug nach Jena, treten die Vorahnungen einer Dialektik des Geistes bezogen auf die Erkenntnis Gottes hervor – wobei es sich noch nicht um eine ← 75 | 76 → dreigliedrige Dialektik des Aufhebens – des Aufsammelns, des Überwindens und des Aufbewahrens –, sondern um eine...

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