Show Less
Restricted access

Hegel in der Kritik zwischen Schelling und Marx

Series:

Wolfdietrich Schmied-Kowarzik

Dieses Buch thematisiert, auf zentrale Fragestellungen Hegels bezogen, die beiden grundlegendsten Kritiken seines absoluten Idealismus. Hegels Dialektik ist der Versuch, den Geist als das Übergreifende über sich als Denken und sein Anderes, das Sein, zu begreifen. Doch kann der Geist in dieser Dialektik das Sein immer nur als Gegenstand des Denkens fassen, nicht aber als eigenständige Wirklichkeit, der es selbst mit angehört. Dies arbeitet Schelling in seiner Auseinandersetzung mit der Logik seines Jugendfreundes Hegel heraus und expliziert dies insbesondere am Problembereich der Naturphilosophie. Unabhängig davon kommt etwas später Marx zu einer ganz ähnlichen Kritik, die er vor allem an Problemstellungen der Gesellschafts- und Geschichtsphilosophie darlegt.
Show Summary Details
Restricted access

8. Zur Konstitution des sittlichen Geistes in Hegels Jenaer Systementwürfen

Extract

Gegen Ende der 30er Jahre des 20. Jahrhunderts waren es drei vor dem Nationalsozialismus geflohene Philosophen: Karl Löwith, Herbert Marcuse und Georg Lukács, die unabhängig voneinander auf die frappierenden Parallelen zwischen den Jenaer Manuskripten des jungen Hegel und den 40 Jahre später entstandenen Entwürfen des jungen Marx – ohne das dieser von jenen Kenntnis haben konnte – aufmerksam machten. Hegel spricht im Systementwurf von 1803/04 von den drei Mitten: der Sprache, der Arbeit und der Familie, und ganz ähnlich nennen Marx und Engels in der Deutschen Ideologie (1845/46) „drei Momente, die Produktionskraft, der gesellschaftliche Zustand und das Bewußtsein“, „die vom Anbeginn der Geschichte an und seit den ersten Menschen zugleich existiert haben und sich noch heute in der Geschichte geltend machen“, die allerdings auch „in Widerspruch untereinander geraten können und müssen, weil mit der Teilung der Arbeit die Möglichkeit, ja die Wirklichkeit gegeben ist, daß die geistige und materielle Tätigkeit […] verschiedenen Individuen zufallen“. (Marx/Engels 3, 32 u. 29)

Entsprechend der besonderen Akzentuierung, die der Arbeit als dem Übergreifenden bei Marx zukommt, rücken auch die drei Autoren die Arbeit in das Zentrum ihrer Analyse der Jenaer Manuskripte Hegels. Ganz besonders aber geschieht dies bei Georg Lukács, der sich dabei auf eine Aussage von Marx zu Hegels Phänomenologie des Geistes bezieht: „Das Große an der Hegelschen ‚Phänomenologie‘ und ihrem Endresultate […] ist also einmal, daß Hegel die Selbsterzeugung des Menschen als einen Prozeß faßt […], daß er also...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.