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Hegel in der Kritik zwischen Schelling und Marx

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Wolfdietrich Schmied-Kowarzik

Dieses Buch thematisiert, auf zentrale Fragestellungen Hegels bezogen, die beiden grundlegendsten Kritiken seines absoluten Idealismus. Hegels Dialektik ist der Versuch, den Geist als das Übergreifende über sich als Denken und sein Anderes, das Sein, zu begreifen. Doch kann der Geist in dieser Dialektik das Sein immer nur als Gegenstand des Denkens fassen, nicht aber als eigenständige Wirklichkeit, der es selbst mit angehört. Dies arbeitet Schelling in seiner Auseinandersetzung mit der Logik seines Jugendfreundes Hegel heraus und expliziert dies insbesondere am Problembereich der Naturphilosophie. Unabhängig davon kommt etwas später Marx zu einer ganz ähnlichen Kritik, die er vor allem an Problemstellungen der Gesellschafts- und Geschichtsphilosophie darlegt.
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11. Kunst zwischen Natur, Geschichte und Absolutem bei Schelling und Hegel

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In seinen Vorlesungen über die Methode des akademischen Studiums (1803) erinnert Schelling gleich eingangs an den „göttlichen Plato“, der „in seiner Republik die nachahmende Kunst verdammt, die Poeten aus seinem Vernunftstaat verbannt“ (Schelling V, 345) hat, da sie die Götter in allzu menschlicher Ungöttlichkeit erscheinen ließen. Das hierin anklingende Problem des Verhältnisses der Kunst zu Politik und Religion haben Schelling und nach ihm Solger, Schleiermacher und Hegel erneut aufgenommen und dabei der Kunst innerhalb des Systems der Philosophie einen eigenständigen Platz zwischen Natur, Geschichte und Absolutem zugesprochen.

Schellings Vorlesung Philosophie der Kunst (erstmals in dieser Form in Jena vorgetragen 1802/03, dann in Würzburg 1804/05 weiter ausgearbeitet) ist überhaupt der erste Versuch einer systematischen Einordung und philosophischen Durchdringung des Gesamtbereichs der Kunst und der Künste, denn die vorausgehenden Versuche von Kant in der Kritik der Urteilskraft (1790), von Schiller Über die ästhetische Erziehung der Menschen (1795) und Schellings eigene Ausführungen im System des transzendentalen Idealismus (1800) bewegen sich noch im Feld der transzendentalen Klärung der Bedingungen der Möglichkeit ästhetischer Anschauungen und künstlerischer Produktivität, ohne noch bis zu einer materialen Konstruktion, zu einem inhaltlichen Begreifen des Gesamtbereichs der Kunst vorzudringen.

Deshalb kann Schelling in seiner Einleitung zur Philosophie der Kunst zu recht, auch seine eigenen Vorstudien mit einbeziehend, betonen: „Noch existirt überall keine wissenschaftliche und philosophische Kunstlehre [Kunstphilosophie]; höchstens existiren Bruchstücke einer solchen, und auch diese sind noch wenig verstanden, und können...

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