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«Wissenschaftliche Transdisziplinarität» – Ein philosophischer und ethisch-kritischer Diskurs

Emergent vernetzt: Neuroscience – Moderne Biologie im 21. Jahrhundert – Künstliche Intelligenz – Robotik – Superintelligenz – Cyber-Age

Harda Distrid Miebach

Die wissenschaftlich-technische rasante Entwicklung hat begonnen, die traditionellen Grenzen zwischen der unbelebten Technik und dem Reich des Lebendigen durchlässiger zu gestalten. Im Kontext z.B. der Künstlichen Intelligenz sind die Erfolge unbestritten. Die Kreation von Intelligenz auf dem Niveau des Menschen und darüber hinausreichend, könnte laut Stuart Russell und Peter Norvig aber das Leben der Menschheit als Ganzes stark verändern, ja sogar die menschliche Autonomie, Freiheit und das Überleben direkt bedrohen. Im Nexus der Frage, ob der homo sapiens auf dem Weg zum künstlichen Leben unterwegs ist, gilt es, einen weiteren Horizont zu öffnen. Es geht primär darum, was wir wissen müssen und wovon wir wissen können, dass es möglich sein wird, um mit Blickrichtung auf die Zukunft richtig zu entscheiden. Dies ist eine erkenntnistheoretische Perspektive, bei der, Wilhelm Vossenkuhl folgend, das Verhältnis zwischen Vergangenheit und Zukunft im Vordergrund steht.
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II. Molekularbiologie → Genomsequenzierung → Stammzellforschung → Klonen / Klonieren → Enhancement → eingebunden in Diskursethik / Angewandte Ethik

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II.  Molekularbiologie → Genomsequenzierung → Stammzellforschung → Klonen / Klonieren → Enhancement → eingebunden in Diskursethik / Angewandte Ethik

Im ersten Kapitel wurden fünf Schwerpunkte gesetzt. Diese betreffen erstens die konkrete neurowissenschaftliche Forschung, zweitens die Anwendung bestimmter technischer Verfahren (die chirurgischen finden sich ansatzweise im II. Kapitel), drittens praktische und ethische Implikationen des Einsatzes moderner Verfahrenstechnik wie das Neuroimaging und die damit einhergehende Transformation, viertens die Resonanz auf neurowissenschaftliche Erkenntnisse und die damit verbundenen Auswirkungen auf unser menschliches Selbstverständnis sowie fünftens Hinterfragung der Aspekte und Struktur einer zeitgemäßen Neurophilosophie und -ethik im Nexus der neuronalen Komplexität mit Grenzziehung und Verweis auf den Weg zum Quantenbewusstsein.

Im nun anschließenden II. Kapitel werden die Entwicklungen im Bereich der biologischen, medizinischen und technischen Wissenschaften erörtert, die zunehmend bisher ungeahnte wissenschaftlich-empirische Forschungsresultate prognostizieren, damit aber auch Perspektiven eröffnen, die die Möglichkeiten des nachhaltigen Eingriffs in die menschliche Natur nach sich ziehen werden. Damit rücken Transformationen z. B. im Kontext eines chirurgischen Verfahrens, analog darauf bezogene medizinische Therapien, Heilungen und Krankheitsvorsorgen bis hin zur artifiziellen Perfektion mit der Konsequenz eines breitgefächerten Spektrums der Manipulationen und Entgrenzungen in den Fokus. Seit Jahrzehnten werden diese Entwicklungen in der Medizin in Form umgesetzter Praktiken durch die Medizinethik und die Ethik der Gen- und Biotechnologie im Hinblick auf ihre moralischen Implikationen analysiert und diskutiert. Die ethisch erarbeiteten Aspekte konvergierender Technologien am Beispiel der Gehirn-Computer-Schnittstellen (Mikroelektronik, Nano-, Informations- und Biotechnologie) können durchaus als richtungsweisend angesehen werden (St. Rosahl, 2009)...

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